Premiere vor der Weichenstellung

Ringen um Fussballübertragungen: - Wo wird die Fußball-Bundesliga kommende Saison live übertragen? Diese Frage ist für Kunden des Bezahlsenders Premiere ebenso wichtig wie für dessen Aktionäre. Die Entscheidung soll in diesen Tagen fallen.

München - Acht Wochen sind es, bis die neue Bundesligasaison startet. Doch Premiere-Chef Georg Kofler kann selbst nicht sagen, wie sein Unternehmen am Geschäft mit dem Fußball beteiligt sein wird. Nachdem die Münchner die Übertragungsrechte an den Konkurrenten Arena verloren hatten, versuchten sie Stück für Stück wieder an den Ball zu kommen. Doch dann grätschte das Kartellamt dazwischen.

Beim Fernsehen über Internet gelang Premiere am schnellsten die Rückkehr in die Stadien. Doch die moderne Technik spielt bislang kaum eine Rolle. Entscheidend sind Satelliten- und Kabelfernsehen. Etwa jeweils die Hälfte der Premiere-Abonnenten empfängt das Programm über diese beiden Wege. Im Kabel kann Premiere auf Basis eines Vermarktungsvertrags mit Arena in 14 Bundesländern die Bundesliga zeigen. Problematisch ist das Satellitenfernsehen.

Hier sollte ein Bündnis mit Arena Premiere ins Spiel bringen. Doch gegen die Allianz der beiden Anbieter, die unter anderem eine Beteiligung von Arena an Premiere mit knapp 17 Prozent vorsieht, hat das Kartellamt Bedenken. Deshalb musste Premiere die Vermarktung des Angebots aussetzen - vorerst bis 23. Juni. Jetzt verhandelt Premiere mit Arena und dem Kartellamt über eine Konstruktion der Zusammenarbeit, die von den Wettbewerbshütern abgesegnet wird. "Die Gespräche verlaufen konstruktiv und wir erzielen gute Fortschritte", sagte Kofler bei der Premiere-Hauptversammlung am Freitag. "Mehr ist an Information leider nicht drin."

Für das Unternehmen steht damit eine Weichenstellung bevor. Eine Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte: "Ein Überleben ohne Bundesliga ist möglich, besser lebt es sich mit Bundesliga." Und das war sehr vorsichtig formuliert.

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