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Premiere will 2009 wieder Gewinn machen

München - Der Bezahlsender Premiere will nach einer längeren Durststrecke im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. "Ich erwarte, dass wir 2009 wieder einen Gewinn einfahren", sagte Vorstandschef Michael Börnicke am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz.

Der Sender hatte zum ersten und bislang einzigen Mal im Jahr 2005 einen Gewinn gemacht. Neben einer neuen Preis- und Angebotsstruktur soll auch ein neues Sicherheitssystem gegen Schwarzseher für neue Kunden sorgen. Dies soll sich noch in diesem Jahr bemerkbar machen. "Ich bin optimistisch, dass wir im zweiten Halbjahr auf der Abonnenten- und Umsatzseite wieder Fahrt aufnehmen." Die Premiere-Aktie stand am frühen Nachmittag ein halbes Prozent im Plus bei 11,45 Euro.

Im zweiten Quartal litt das Unternehmen wie schon in den Vorquartalen weiter unter der Schwarzseherproblematik. Operativ sah es aber leicht besser aus als von Analysten erwartet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Zeitraum April bis Juni von 10,2 auf 11,2 Millionen.

Der Umsatz stieg um 18,9 Prozent auf 272,4 Millionen Euro. Unterm Strich verbuchte Premiere aufgrund einer höheren Steuerbelastung einen Verlust von 37,8 Millionen Euro nach einem Minus von 32,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtzahl der Abonnenten lag Ende Juni bei 4,157 Millionen. Dies waren knapp 85 000 weniger als Ende März.

Mit Blick auf die Schwarzseher sagte Börnicke: "Premiere wird die Sicherheitslücke schon bald schließen. Im zweiten Halbjahr wollen wir stark wachsen, viele Neukunden gewinnen und den Umsatz pro Kunde erhöhen." Bis 2012 soll der Umsatz früheren Angaben zufolge auf 2 bis 3 Milliarden Euro klettern. Die Zahl der Kunden soll bis dahin bei bis zu 10 Millionen liegen. Im vergangenen Jahr hatte Premiere mit insgesamt 4,3 Millionen Kunden einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro erwirtschaftet.

Für die anstehende Vergabe der Bundesliga-Rechte von der Saison 2009/10 an gab sich Börnicke zuversichtlich, für Premiere den Zuschlag zu erhalten. "Grundsätzlich wollen und werden wir sicherstellen, dass wir die Bundesliga unseren Abonnenten auch in Zukunft zeigen." Wie genau eine mögliche Übertragung aber aussehen könnte, sei nach den Bedenken des Bundeskartellamtes gegen das von der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Medienunternehmer Leo Kirch geplante Vermarktungsmodell derzeit noch offen. "Beim Monopoly würde man sagen: Zurück auf Start."

Premiere sei bereit für Gespräche und neue Modelle, sagte Börnicke. "Aber im Augenblick sind wir nicht die Akteure des Handelns." Er rechne damit, dass das Bieterverfahren bis spätestens Weihnachten abgeschlossen sein sollte. "Wünschen würde ich mir es allerdings früher." Eine genaue Progose für dieses und nächstes Jahr wolle er angesichts der Unsicherheit bei der Bundesliga aber erst im November wagen.

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