Premiere-Aktie bricht ein

- Frankfurt/Main - Der DAX hat am Mittwoch etwas fester geschlossen. Der Leitindex gewann 0,76 Prozent auf 5397,23 Punkte. Der MDAX der mittelgroßen Werte gab belastet von den Kursverlusten bei Premiere um 0,24 Prozent auf 7270,35 Punkte nach. Der TecDAX stieg um 0,72 Prozent auf 593,97 Zähler.

Der Markt lebe weiterhin vom Optimismus der Anleger, sagten Händler. Niemand wolle etwas verpassen und so träfen Rücksetzer immer wieder auf neue Nachfrage. Auch die traditionelle Depotbereinigung zum Jahresende wirke sich weiter positiv aus. Damit flößen bereits gut gelaufenen Werten neue Mittel zu. Außerdem stützten die freundlichen US-Vorgaben.

Im Fokus stand mit Premiere ein Wert aus der zweiten Reihe. Die Niederlage im Poker um die Bundesliga-TV-Rechte quittierten Anleger mit massiven Verkäufen - die Aktie brachen nach der offiziellen Entscheidung bei riesigem Volumen um mehr als 40 Prozent ein um markierte zeitweise bei 12,55 Euro ein Rekordtief.

Die Pay-TV-Rechte erhielt ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern mit dem Namen Arena. Marktbeobachter sprachen von einer Zerreißprobe für das Unternehmen. Premiere-Chef Kofler bemühte sich um Schadensbegrenzung: "Wir haben nicht gezockt, sondern eine klare unternehmerische Entscheidung getroffen." Die heftigen Kurseinbrüche bezeichnete er als "Überreaktion".

Die Aktie der Deutsche Bank reagierte zwischenzeitlich mit deutlichen Kursbewegungen auf die Aufhebung des Freispruches von Josef Ackermann durch den Bundesgerichtshof (BGH). Kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung fielen die Aktien um 60 Cent, erholten sich jedoch danach. Zum Handelsende blieb ein Gewinn von 1,10 Prozent auf 82,68 Euro. Händler in Frankfurt bezeichneten die Aufhebung des Freispruches mehrheitlich als positiv für Deutsche-Bank-Aktien. "Im Falle eines Rücktrittes wäre der Imageschaden geringer", führte ein Händler an.

An der DAX-Spitze lagen Linde-Papiere mit plus 5,03 Prozent auf 64,09 Euro. Der Konzern hat das amerikanische Spezialgaseunternehmen Spectra Gases erworben. "Das klingt gut, allerdings fehlen Details wie die Höhe des Kaufpreises", sagte ein Händler.

Bayer-Aktien stiegen um 2,76 Prozent auf 35,40 Euro. Sie profitierten damit von der US-Zulassung für das Medikament Nexavar gegen fortgeschrittenen Nierenkrebs.

Im MDAX kletterten Bauwerte nach einer Kaufempfehlung für HOCHTIEF an die Spitze. HOCHTIEF-Aktien gewannen als bester MDAX-Wert 5,73 Prozent auf 36,70 Euro. Papiere von Bilfinger Berger stiegen um 5,12 Prozent auf 39,81 Euro.

Zum Börsenschluss in Frankfurt lagen der US-Leitindex Dow Jones und die NASDAQ-Indizes etwas fester. Der EuroStoxx 50 gewann 0,87 Prozent auf 3591,99 Zähler. Die Börsen in London und Paris schlossen ebenfalls mit deutlichen Kurszuwächsen.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 3,28 (Vortag: 3,25) Prozent. Der Rentenindex REX sank um 0,12 Prozent auf 120,59 Punkte. Der BundFuture gab um 0,33 Prozent auf 121,06 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1872 (Dienstag: 1,1955) fest. Der Dollar kostete damit 0,8423 (0,8365) Euro.

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