Primark gerät erneut in die Schlagzeilen

Mager-Puppen sorgen für Empörung

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Glasgow - Als Mel Fraser an einer Primark-Filiale in Schottland vorbeiging, traute sie ihren Augen nicht: Denn die Schaufensterpuppen hatten ganz offensichtlich ein "gesundheitliches Problem".

Die britische Billigmode-Kette "Primark" stellte offenbar "magersüchtige" Mannequins aus. Deutlich hervorstehende Rippen schockierten Passanten und veranlassten diese dazu, Fotos von den "Hungerhaken" in sozialen Netzwerken zu verbreiten. So twitterte Mel Fraser: "Lieber Primark, ist es wirklich notwendig, dass diese neuen Schaufensterpuppen hervorstehende Rippen haben??" Nur wenige Monate zuvor hatte sich der User Michael Rudoy auf Twitter ähnlich empört über ein Mager-Mannequin der Dessous-Kette "La Perla Lingerie" geäußert: "Wie kann La Perla denken, dass Rippen an einer Schaufensterpuppen okay sind?!"

Mager-Mannequins trotz Wandels in der Model-Branche

La Perla hat sich inzwischen entschuldigt und die betreffenden Objekte aus den Schaufenstern verbannt, wie das Online-Portal des britischen "The Independent" berichtet.

Die Skandale fallen in eine Zeit, in der sich der Trend eigentlich ändert und langsam aber sicher Model mit normalen Größen die Catwalks erobern. Laut "The Independent" präsentierten nun etwa "richtige Frauen" Mode auf Shows Jean Paul Gaultier. Und das Kaufhaus Debenhams kündigte an, ab November auch Mannequins mit Konfektionsgröße 16 auszustellen - das entspricht der deutsche Kleidergröße 42 bei Damenbekleidung.

Systematische Bespitzelung von Primark-Mitarbeitern

Erst vergangenen Monat war Primark in die Schlagzeilen geraten, weil die Modekette unter Verdacht stand, seine Mitarbeiter zu bespitzeln.

Auch nach dem Einsturz der achtstöckigen Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch, bei dem im April 2013 mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen sind und zahlreiche Arbeiter verstümmelt wurden, geriet die Mode-Kette in die Kritik. Denn die Fabrik produzierte unter anderem auch für Primark. Allerdings tat sie das auch für Mango, Benetton, Walmart und viele mehr. Die drei genannten Konzerne kamen gar nicht erst zu den Verhandlungen über mögliche Entschädigungszahlungen für die Opfer und ihre Hinterbliebenen. Primark war immerhin als einzige Firma bereit, zu zahlen.

maz

Rubriklistenbild: © Mel Fraser / Twitter

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