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Banken wie Merck Finck beraten Stiftungen, Pensionskassen und andere Institutionen unter anderem bei der Ausrichtung der Anlagerichtlinien.

Risikobereitschaft

Kontinuität schafft das notwendige Vertrauensverhältnis

Die Privatbank Merck Finck betreut neben vermögenden Privatkunden auch komplexe institutionelle Vermögen. Dabei kommt es neben der Vermögensverwaltung auch auf Beratungsleistungen an, um zum Beispiel für Stiftungsvorstände neue Möglichkeiten zu schaffen.

Institutionen wie Stiftungen, Berufsverbände, Pensionskassen oder auch Versorgungswerke stehen wie private Geldanleger aktuell vor einem Problem: Sie müssen ihre Vermögen sichern und für Ausschüttungen sorgen, um ihren jeweiligen Zwecken nachzukommen – sei es die Förderung sozialer Projekte oder auch die Zahlung von Renten. „Dafür müssen diese Organisationen über einen stabilen Cashflow verfügen. Aber das ist eben heute bei weitem nicht mehr so einfach wie in der Vergangenheit“, weiß Michael Krume, Vorstand von Merck Finck Privatbankiers in München. Sei es früher durch eine Mischung der Assetklassen und bei einer Quote von 60 bis 80 Prozent festverzinslicher Papiere vergleichsweise einfach gewesen, jährliche Rendite zu erwirtschaften, sei dies heute nicht mehr ohne weiteres möglich; deshalb stünden die Gremien solcher Organisationen heute unter einem erheblichen Anlagedruck.

„Es ist also Aufgabe einer Privatbank wie Merck Finck, umfassende Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, um Stiftungen und Co. bestmöglich bei ihrem Vermögensmanagement zu unterstützen. Dazu gehört natürlich die professionelle Vermögensverwaltung auf der einen Seite, aber auch die Beratung der Gremien bei der Ausrichtung der Anlagerichtlinien unter Beachtung aller rechtlichen Vorgaben, um mögliche persönliche Haftungsrisiken zu reduzieren“, sagt Michael Krume. Dabei seien die Experten auch immer gefordert, die doppelten Interessenslagen der Ansprechpartner auszugleichen. „Vorstände und Geschäftsführer wissen, dass sie in der privaten Vermögensverwaltung kaum substanzielle Erträge erwarten können, fordern diese aber dennoch für ihre Organisation. Daher müssen wir für Anpassungen bei den Anlagerichtlinien sensibilisieren und zeigen, dass wir als Partner neben dem Kunden sitzen und mit ihm das gesamte Anlagevermögen in den Blick nehmen. Wir wollen insgesamt auf den Markt schauen, ohne bestimmte Bereiche zu vernachlässigen“, betont der Merck Finck-Vorstand.

Eine wichtige Fragestellung ist die Definition der Risikobereitschaft

„Wir müssen transparent mit dem Kunden ermitteln, welches Risiko er wirklich eingehen kann. Will heißen: Welche Verluste kann ich aushalten? Davon ausgehend müssen wir ein laufendes dynamisches Management über alle Assetklassen hinweg entwickeln. Dafür gibt es auch keine Standardisierung, sodass wir in jedem Fall eine individuelle Gesamtallokation aufbauen müssen, um die Kundenziele zu erreichen.“

Dabei sei das Geschäft mit komplexen institutionellen Vermögen kein Selbstläufer, betont Michael Krume. „Ohne nachweisbare Erfahrung in dem Geschäft ist es kaum möglich, solche Kunden zu gewinnen und zu betreuen. Sie wollen wissen, dass es sich bei ihrem Bankpartner um einen absoluten Profi handelt, der die Anforderungen institutioneller Organisationen kennt und der die Strukturen für die umfassende Betreuung bieten kann.“ Ebenso weiß Michael Krume um die Bedeutung der Kontinuität in der Betreuung, gerade bei komplexen Mandaten. Ständige Richtungswechsel würden nicht nur zu Unruhe führen, sondern auch das Erreichen der Anlageziele gefährden. „Deshalb setzen wir darauf, dass unsere Teams so lange wie möglich mit einem Kunden arbeiten. Das sorgt für nicht nur für Stabilität in den Mandantenbeziehungen, sondern auch für Konsistenz im Beratungsansatz. So entsteht dann das notwendige Vertrauen, um gemeinsam auch einmal schwierige Marktphasen zu bewältigen.“ PATRICK PETERS

Home-Country Bias: der Tod der Diversifikation

Nach empirischen Erhebungen engagieren sich deutsche Privatanleger auf Einzeltitelebene zu fast 80 Prozent in heimischen Aktien. Gemessen am MSCI World Index wären bei einer neutralen Gewichtung hiesiger Titel dagegen weniger als fünf Prozent gerechtfertigt. 75 Prozentpunkte sind damit dem sogenannten Home-Country Bias, der bewussten oder unbewussten Übergewichtung der heimischen Märkte geschuldet. Zwar ist eine gewisse Übergewichtung von Titeln aus dem Euroraum durchaus sinnvoll, schließlich wird ja auch in Euro konsumiert, eine derart hohe Fokussierung auf deutsche Werte hat aber zur Folge, dass ausgeprägte Einzelrisiken aufgebaut werden, weil einige große Unternehmen die regionalen Indizes dominieren. Hinzu kommt, dass die Chancen anderer Regionen, wie beispielsweise der Wachstumsmärkte in Osteuropa und Asien, sowie der Beitrag, den diese innerhalb eines breit diversifizierten Aktiendepots zur Risikoreduzierung leisten können, beim Vermögensaufbau beziehungsweise -erhalt verschenkt werden.

Von Patrick Peters

 

Breit gestreut ist halb gewonnen

Wer nicht allein auf Glück und Zufall setzen will, kommt um die Vermögensverteilung auf möglichst viele Assetklassen nicht herum. Das macht ein Blick in die Vergangenheit schnell deutlich.

Anleger, die im vergangenen Jahr auf Aktien aus Amerika oder den Emerging Markets gesetzt haben, dürften mit ihrer Wahl zufrieden gewesen sein. Beide Anlageklassen sind nach Auswertungen der Allianz Global Investors 2016 nämlich um knapp 15 Prozent gestiegen. Auch bei Rohstoffen, Schwellenländer-Anleihen und Gold ging es deutlich nach oben, während die Zugewinne bei europäischen Dividendentiteln mit 3,2 Prozent eher bescheiden ausgefallen sind. Alles in allem konnte man im vergangenen Jahr jedoch nur wenig falsch machen, außer überhaupt nicht in risikobehafteten Wertpapieren investiert zu sein, da sich praktisch alle Assetklassen positiv entwickelt haben. Ein derart hoher Gleichlauf ist allerdings keineswegs typisch. Vielmehr lässt sich meist eine sehr unterschiedliche Wertentwicklung der verschiedenen Anlageformen und Regionen feststellen. So betrug der Performanceunterschied zwischen amerikanischen Aktien und Rohstoffen (ex Edelmetalle) 2015 satte 39 Prozentpunkte. Ein Jahr zuvor waren es sogar mehr als 50 Prozentpunkte. Leider ist am Jahresanfang natürlich nicht bekannt, welche Assetklasse am Ende im oberen Bereich der Rangliste liegen und welche zu den Schlusslichtern zählen wird. Ziel einer ausgewogenen Vermögensanlage muss es deshalb sein, möglichst viele Wertpapiertypen miteinander zu kombinieren, um auf diese Weise das Anlagerisiko bei attraktiven Ertragserwartungen möglichst weit zu reduzieren. So wäre es bei einer gleichgewichteten Investition in die aufgeführten Assetklassen in den vergangenen 15 Jahren lediglich dreimal zu einem Portfolioverlust gekommen, während es in zwölf Fällen positive Ergebnisse gegeben hätte, und zwar von bis zu 22,4 Prozent.

Dabei ist die breite Streuung deutlich einfacher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. So können die Aktienengagements beispielsweise mit drei börsengehandelten Indexfonds (ETFs) auf europäische, amerikanische und Aktien aus den Schwellenländern umgesetzt werden. Bei geringen Kosten und sehr überschaubarem Aufwand partizipieren Anleger bei diesen Produkten annähernd eins zu eins an der Wertentwicklung der jeweils zugrunde liegenden Aktienindizes, wie etwa des Euro Stoxx 50 oder des amerikanischen Dow Jones. Ähnliche Produkte gibt es auch für Staats- und Unternehmensanleihen aus den Industrieländern und den Emerging Markets. Gold lässt sich theoretisch zwar auch in Form von Münzen oder Barren im Tresor lagern, mit weniger Aufwand und geringeren Kosten ist aber der Erwerb sogenannter Exchange Traded Commodities verbunden. Bei ihnen handelt es sich um Schuldverschreibungen, die im Falle von Xetra-Gold (WKN A0S9GB) und EUWAX Gold (WKN EWG0LD) jeweils ein Gramm des glänzenden Edelmetalls verbriefen. Bei beiden Produkten ist unter bestimmten Voraussetzungen die physische Auslieferung des als Sicherheit hinterlegten Goldes möglich. Auch andere Rohstoffe können über ETCs abgebildet werden. Bliebe las but not least noch der Immobilienanteil. Dieser ist oft allerdings schon durch selbstgenutztes Wohneigentum mehr als überrepräsentiert. Andernfalls bieten sich offene Immobilienfonds als Depotbeimischung an. Insgesamt ist eine breite Diversifikation zwar keine Garantie gegen Kursverluste, verlässlicher, als auf Glück und Zufall zu vertrauen, ist die beschriebene Vorgehensweise aber allemal.

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