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Die Privatbank Donner & Reuschel konzentriert sich in München aufs Private Banking und das Unternehmertum.

Beratung

Auf den persönlichen Kontakt kommt es an

Während viele Geldinstitute selbst den Kundenkontakt automatisieren, setzen feine Adressen wie Donner & Reuschel nach wie vor auf die persönliche Betreuung.

In der Finanzwelt sorgt die Digitalisierung gerade für tiefgreifende Umbrüche. Auch manche Privatbanken anonymisieren den Kontakt zu ihren Kunden. Automaten und Online-Beratung ersetzen den persönlichen Kontakt. Das Traditionshaus Donner & Reuschel stellt sich hier „gegen den Trend zur Standardisierung“, betont Jörg Laser, Mitglied des Vorstands der Privatbank: „Wir haben uns bewusst als Beratungshaus aufgestellt.“ Wichtig sei die „enge persönliche Interaktion mit den Kunden“.

Für beide Seiten ist dies aus einem speziellen Grund wichtig: Die Kunden des Bankhauses haben in der Regel einen komplexeren Beratungsbedarf als Standardkunden anderer Häuser. „Wir konzentrieren uns aufs Private Banking und das Unternehmertum“, erklärt Laser. Für die höhere Komplexität gibt es viele Beispiele, etwa bei der Immobilienfinanzierung. Standardfälle lassen sich mittlerweile über Online-Tools abwickeln. „Aber wenn es, um ein einfaches Beispiel zu nennen, um ein Mietshaus mit im Grundbuch eingetragenen Nießbrauchsrechten geht, dann braucht man eine Bank, die damit umgehen kann“, sagt Laser. Das könne man auf jede andere Geschäftsart übertragen. Komplexe Situationen können nur in einem intensiven Dialog zwischen Berater und Kunden gelöst werden. Im ersten Schritt muss ein individuelles Konzept erstellt werden; daraus leiten sich die konkreten Lösungen ab.

Eine intensive Beratung setze aber eine bestimmte Größenordnung voraus, sagt der Bankier. Die Beratung ist umfangreicher und habe daher ihren Preis. Sie eigne sich daher für Kunden, die „bereit sind, für diese Dienstleistung zu zahlen“, erklärt Laser. Im Alltag bedeutet dies aber auch, dass die Menschen eine intensive Betreuung erhalten: „Wir wollen unsere Kunden langfristig begleiten.“ Die Bank sieht er dafür gut aufgestellt: Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter liegt bei fast zwanzig Jahren, „und viele Berater betreuen ihre Kunden sogar deutlich länger“.

Das impliziert eine starke Verankerung in den Geschäftsgebieten. Die Bank Donner & Reuschel hat sowohl in Hamburg wie auch in München ihre Wurzeln und ist entsprechend regional stark aufgestellt. Allein in München sind rund 325 Mitarbeiter bei der Bank in allen Bereichen beschäftigt – von Zentralfunktionen bis zum Vertrieb. Die Berater führen ihre Gespräche mittlerweile zu mehr als der Hälfte ihrer Zeit nicht mehr in der Bank, sondern bei den Kunden zu Hause. „Wir gelten als klassische Vermögensverwalter-Adresse, da ist es wichtig, die Beziehungen zu den Kunden zu pflegen“, betont Laser.

Natürlich nutzt auch Donner & Reuschel die Instrumente der Digitalisierung. „Wir optimieren unsere Prozesse, um wettbewerbsfähig zu bleiben und um mehr Nutzen für unsere Kunden zu schaffen“, erklärt das Vorstandsmitglied. Die persönliche Verbindung bleibe aber zentral. „Entscheidend ist die Vertrauenskomponente“, betont Laser, „Vertrauen entsteht und wächst nur im persönlichen Kontakt.“

Aus ihrem Grundverständnis heraus verfolgt die Bank auch bei der Geldanlage eine konservative Philosophie. „Das korreliert mit dem Interesse der Kunden“, begründet Laser den Ansatz. Doch anders als früher bedeutet konservativ heuer nicht, einfach auf Zinspapiere zu setzen. Selbst für bescheidene Renditen muss man im Niedrigzinsumfeld gewisse Risiken eingehen, zum Beispiel bei Investments in Aktien. Wichtig sei hier das professionelle Risikomanagement, führt das Vorstandsmitglied aus.

Eine Spezialität der Bank sind Angebote, die so am Markt sonst schwer zu erhalten sind. Etwa Investmentkonzepte, die Donner & Reuschel gemeinsam mit dem Schweizer Partner Globalance Bank anbietet. In einer exklusiven Kooperation berät Globalance Invest vermögende Privatkunden, Family Offices und Stiftungen bei der zukunftsorientierten Vermögensanlage.

Globalance Invest investiert in sogenannte „Zukunftbeweger“. Das sind Unternehmen die Paradigmenwechsel durch Megatrends antizipieren und ihre Geschäftsmodelle darauf einstellen. „Dies können sowohl Großfirmen als auch Nischenplayer sein, die folgende Megatrends adressieren: demografische Veränderung, Urbanisierung in Schwellenländern, Klimawandel und Energiewende, Ressourcenknappheit und Kreislaufwirtschaft sowie Digitalisierung“, heißt es in einer Mitteilung der Häuser.

Ein Beispiel ist Unilever. Der Konsumgüterkonzern stellt sich auf neue Anforderungen der Märkte insbesondere in den Wachstumsregionen ein. Laser nennt als Beispiel Pflegeund Haushaltsprodukte, die mit wenig Wasser auskommen – durchaus wichtig in Ländern, in denen Wasser für viele Menschen ein knappes Gut ist. Es sind solche Spezialitäten, mit denen sich Privatbanken vom Wettbewerb abheben. Laser sieht Donner & Reuschel daher gut aufgestellt, die eigene Position auch künftig im Münchner Markt halten und ausbauen zu können.

Von Jürgen Grosche

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