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Christian Janas, Leiter der Niederlassung München.

Digitalisierung

„Wir wollen die Bindung an den Kunden nicht verlieren“

Die UBS Deutschland AG stellt sich auf die Zukunft ein und integriert neue digitale Lösungen in Verwaltung und Beratung. Gleichzeitig ist dem Leiter der Niederlassung München, Christian Janas, der persönliche Kontakt zu den Kunden in der Rolle als „empathischer Banker“sehr wichtig.

Man mag es FinTech oder Robo Advisory nennen oder dem Kind auch einen anderen Namen geben, aber eines ist sicher: Die Digitalisierung macht auch vor den Privatbanken nicht halt und ist ein Thema, mit dem sich die feinen Adressen eher früher als später befassen müssen, um mit dem technologischen Fortschritt und den Kundenerwartungen Schritt zu halten

Breiteres Produkt- und Serviceangebot

Bei UBS hat man dies bereits erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, wie Christian Janas erläutert, Leiter der Niederlassung in München. „UBS schafft gerade eine einheitliche europäische IT-Plattform für ihr Vermögensverwaltungsgeschäft, durch die mittelfristig neben Deutschland auch andere Standorte an die umfassenden Services der Schweizer Mutter angebunden werden können. Deutschland war dabei der Pilot, die Plattform wurde im Herbst 2014 aufgeschaltet“. Durch sie vergrößere sich das Produkt- und Service-angebot maßgeblich und biete den Kunden modernsten E-Banking-Standard, betont Janas und führt weiter aus: „Unsere Kunden sind aufgeklärter als früher und wollen digitalisierte Lösungen für die Informationsübermittlung und den Informationsaustausch, um die eigene Administration und die Kommunikation zu erleichtern.“ Dem seien zwar regulatorische Grenzen gesetzt, aber die Bank nutze alle Möglichkeiten im Rahmen dieses Regelwerks.

Und das komme bei den Kunden gut an, genauso wie die digital-basierte Analyse im Rahmen der Strategiegespräche, vor allem zum Start eines Mandats. „Ich kann auf dem Tablet auf alle unsere Beratungsprogramme zugreifen, dann gemeinsam mit dem Kunden alles durchgehen und verschiedene Anlage-Szenarien darstellen. Wir sehen auf einen Blick die Historie, aktuelle Über- und Untergewichtungen und können Risiko-relevante Adjustierungen bei der Allokation vornehmen. So können wir immer auch die potenzielle Performance je nach Risikoklasse visualisieren und die Anlageerwartungen digital dokumentieren“, erläutert Christian Janas. Ebenso in Planung sei die digitale Unterschrift. Apropos Performance: Profit-Gier bei den Kunden spürt Christian Janas keine mehr, aber sehr wohl die Erkenntnis, dass auch eine Rendite von drei Prozent nicht mehr ohne Risiko möglich ist. „Und wir setzen im Rahmen unserer strategischen Allokation häufiger auch alternative Investments wie Hedge Fonds ein, um die Volatilität zu begrenzen.“

Auch die Berater profitieren von der Digitalisierung. Kunden-Portfolios werden täglich über Nacht von einem eigens von UBS entwickelten System, dem „UBS Advice“, gescannt. Dahinter verbirgt sich ein Investment-Prüfprogramm, das erstmals die Anlageberatung der Bank mit einer Portfolioüberwachung koppelt: Es überwacht Abweichungen vom gewünschten Risikoprofil und gleicht diese mit der UBS-Hausmeinung ab, die tagesaktuell die Auswertung des globalen Ökonomen- und Analystennetzwerks abbildet. Sofern sich aus diesem Depotcheck ein Handlungsbedarf – egal ob bei Portfoliorisiken oder Anlagechancen – ergibt, bekommt der Berater für jeden betroffenen Kunden passende Lösungsvorschläge aufgezeigt. Auf dieser Basis trifft er dann seine Anlageentscheidung beziehungsweise diskutiert diese in einem Beratungsmandat mit dem Kunden. „Sehr wichtig ist, dass der Computer keine Kauf- oder Verkaufsentscheidungen trifft. Er gibt nur Ratschläge, aber verantwortlich ist immer der Mensch“, betont Janas.

Persönliche Begleitung der Kunden

Bei aller Digitalisierung sieht Janas die Hauptaufgabe des Privatbankers aber natürlich weiterhin in der persönlichen Beratung und Begleitung der vermögenden und hochvermögenden Kunden. „Wir wollen trotz der neuen Möglichkeiten die persönliche Bindung nicht verlieren. Kern unseres Beratungsgeschäfts ist und bleibt der Dialog mit dem Kunden. Diese Fähigkeit zeichnet uns aus, wir sind ‚empathische Banker’, die den Menschen immer versuchen mitzunehmen und Lösungen für verschiedene Fragestellungen entwickeln und aufzeigen.“ Dazu gehören für den Niederlassungsleiter beispielsweise auch Vorsorge- und Erbfragen, also eine mittel- bis langfristige Ausrichtung der Vermögensplanung. Der Berater könne natürlich nicht die letzte Entscheidung für den Kunden treffen. „Aber wir können Ideen anbieten und Netzwerke öffnen, um geeignete Berater und Partner für die individuellen Anliegen zu finden.“ Stark verankert haben der gebürtige Münchner Janas und sein Team das Haus vor Ort. Sie verstehen UBS in München als Teil der Stadt, lokal verwurzelt, aber eben mit einem globalen Hintergrund. Deshalb vernetzt sich die Niederlassung mit Vereinen und Institutionen, um auch in der Gesellschaft etwas zu bewegen, seien es Bewerbungstrainings für jugendliche Schüler aus Flüchtlingsfamilien oder – wie im Juli – Workshops im Rahmen des Projekts „Roots for empathy“, das zum Ziel hat, unter Grundschülern Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Respekt und soziale Kompetenz zu fördern und Aggressionen abzubauen.

von Patrick Peters

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