Private Haftpflichtversicherung: Billiger Schutz vor finanziellem Ruin

Eine kleine Unachtsamkeit kann zur großen finanziellen Katastrophe führen. Davor schützt eine Haftpflichtversicherung die in 30 Prozent der deutschen Haushalte fehlt und oft nicht in ausreichender Höhe abgeschlossen ist.

Versicherungssumme nicht unter 3 Millionen

Entscheidend ist der Versicherungsschutz für die schwerwiegenden Fälle, betont Stiftung Warentest. Zum Beispiel wenn ein Blumentopf von der Fensterbank kippt und einen Passanten erheblich verletzt. Oder wenn ein Inlineskater einen Fußgänger in voller Fahrt über den Haufen fährt. Fällt dieser so unglücklich, dass er erwerbsunfähig und pflegebedürftig wird, "kann dies für den Skater den finanziellen Ruin bedeuten", warnen die Verbraucherschützer. Behandlungskosten, Schmerzensgeld, Pflegekosten oder den behindertengerechten Wohnungsumbau da sind schnell ein paar Millionen Euro zusammen. Auch große Schäden durch Feuer und Wasser können den Verursacher ruinieren, denn er haftet laut Gesetz mit seinem ganzen Vermögen und seinem Einkommen oberhalb er Pfändungsfreigrenze. Deswegen benötigt jeder eine private Haftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro.

Preis und Leistung der Anbieter vergleichen

Einen "sehr guten" Schutz gibt es bereits ab einem Jahresbeitrag von 94 Euro bei Bruderhilfe (siehe Tabelle). Doch der Preisvergleich ist nicht alles. Auch auf die jeweiligen Leistungen sollten Verbraucher unbedingt achten. Zwar zahlt jede private Haftpflichtversicherung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die der Versicherte selbst verschuldet oder unabsichtlich verursacht hat. Trotzdem ist der Versicherungsschutz nicht bei allen Tarifen genau gleich. "Es gibt Leistungen, die jede Police bieten sollte, und andere, die nur für bestimmte Kunden wichtig sind", erklärt Stiftung Warentest. Deshalb sei es ratsam, bereits abgeschlossene Haftpflichtversicherungen von Zeit zu Zeit zu überprüfen und den aktuellen Lebensumständen anzupassen (Ehe, Kinder, Haus etc.).

Diese Punkte sollten unbedingt in jeder privaten Haftpflichtversicherung enthalten sein:

Allmählichkeitsschäden: Sie sollten mindestens bis zu einer Höhe von drei Millionen Euro gedeckt sein. Hat ein Versicherter z. B. aus Versehen eine Wasserleitung angebohrt und verursacht das austretende Wasser mit der Zeit einen Schaden, spricht man von einem Allmählichkeitsschaden.

Computer: Schäden, z.B. durch Computerviren, müssen bis zu einer Höhe von 50 000 Euro versichert sein.

Häusliche Abwässer: Schutz zumindest bis drei Millionen Euro.

Hüten fremder Hunde und fremder Pferde sollte (unabhängig von der Rasse) mit je zumindest drei Millionen Euro gedeckt sein.

Lagerung gewässergefährdender Substanzen: Dieser Punkt ist wichtig, wenn z.B. beim Streichen des Hauses Verdünnungsmittel in den Abfluss gelangt und zu Verunreinigungen führt. Summe: mindestens drei Millionen Euro.

Mietsachschäden: Sie sollten in Höhe von mindestens 300 000 Euro gedeckt sein. Die Leistung gilt nicht nur für eine Mietwohnung, sondern auch für einen gepachteten Schrebergarten oder ein gemietetes Ferienhaus.

Mieten einer Ferienwohnung im Ausland: Vergisst ein Skiurlauber zu streuen und ein Fußgänger rutscht aus und verletzt sich, braucht der Versicherte diese Leistung und eine Summe von mindestens bis drei Millionen Euro.

Vorsorgeversicherung: Sofortiger Schutz bei Schäden zumindest bis drei Millionen Euro für neue Risiken. Wird etwa ein Hund neu angeschafft, der einen Schaden verursacht, noch bevor eine Tierhaftpflichtversicherung abgeschlossen wurde.

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