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Viele Deutsche sind derzeit in Kauflaune.

Kauflaune beflügelt

Private Konsumausgaben steigen so stark wie seit 2000 nicht

Wiesbaden - Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Sparzinsen sind im Keller - bei vielen Verbrauchern in Deutschland sitzt daher das Geld locker.

Deutschlands Verbraucher haben ihre Konsumausgaben im vergangenen Jahr so stark gesteigert wie seit 15 Jahren nicht. Preisbereinigt gab es zum Vorjahr ein Plus von 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag anlässlich des Weltverbrauchertages mitteilte. Das war der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2000 (plus 2,1 Prozent). Vor allem der stabile Arbeitsmarkt und die weiter wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften wirken sich nach Angaben des Marktforschungsunternehmens GfK derzeit positiv auf den Konsum aus.

Wegen der extrem niedrigen Sparzinsen sitzt vielen Menschen das Geld locker, auch der geringe Anstieg der Verbraucherpreise beflügelt die Kauflaune. Gemessen in jeweiligen Preisen - also einschließlich der Inflation - stiegen die privaten Konsumausgaben 2015 um 2,6 Prozent auf 1,63 Billionen Euro.

Deutlich mehr Geld als im Jahr zuvor gaben die Verbraucher in Gaststätten und Restaurants sowie für Übernachtungen in Hotels und Pensionen aus (plus 6 Prozent). Einrichtungsgegenstände und Geräte für den Haushalt ließen sie sich 3,4 Prozent mehr kosten. Die Ausgaben für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe stiegen vor allem wegen der niedrigen Heizölkosten nur um 1,1 Prozent.

Ökonomen rechnen damit, dass der Privatkonsum auch in diesem Jahr die Konjunktur in Deutschland ankurbelt. Der Ölpreisverfall hatte die Inflation im Februar wieder auf Null gedrückt. Die Tariflöhne waren zuletzt stärker gestiegen als die Teuerungsrate. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher und kann den Konsum anschieben.

In der Europäischen Union stiegen die Konsumausgaben im vergangenen Jahr preisbereinigt um 2,1 Prozent. In Großbritannien fiel das Plus mit 2,9 Prozent besonders kräftig aus. Unterdurchschnittlich war die Entwicklung in Frankreich (plus 1,4 Prozent) und Italien (plus 0,9 Prozent).

dpa

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