Private Krankenversicherung auf dem Prüfstand

Berlin - Die Versicherungswirtschaft stellt sich auf massive Veränderungen bei der privaten Krankenversicherung ein.

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" dringen große Konzerne wie Allianz, Axa und Ergo auf die Einführung einer Einheitsversicherung mit Grundschutz für alle Einwohner. Das gehe aus einem Arbeitspapier hervor, das im Auftrag des Präsidiums des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erstellt worden sei.

GDV-Sprecher Peter Schwark sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin, es gebe keine entsprechende Position des Verbandes. Als Teil eines innerverbandlichen Diskussionsprozesses würden verschiedene Szenarien durchgespielt. Die Kölner Axa Krankenversicherung wollte sich nicht äußern. Nach Angaben der Zeitung gibt es in Teilen der Branche erbitterten Widerstand gegen den Vorstoß. Die bisherige private Krankenvollversicherung, die neben den gesetzlichen Kassen besteht, würde damit abgeschafft. Dem Vorschlag zufolge würden die Krankenversicherer anders als heute künftig Einheitsprämien berechnen, unabhängig von Alter und Geschlecht, berichtete die Zeitung weiter. Die Grundsicherung wäre für alle verpflichtend, wie es der SPD-Vorschlag einer Bürgerversicherung vorsieht.

Die private Krankenversicherer hatten davor gewarnt, dass durch die jüngste Gesundheitsreform ihr Geschäftsmodell gefährdet sei. Sie wehren sich insbesondere gegen den neuen einheitlichen Basistarif auf Niveau der gesetzlichen Versicherung und die geplanten Wechselmöglichkeiten unter Mitnahme der Altersrückstellungen.

Reinhold Schulte, Vorsitzender des Verbands der privaten Krankenversicherung, sagte, kein Unternehmen des Verbands wolle die private Krankenversicherung in ihrer jetzigen Form abschaffen. "Interne und nicht offizielle Arbeitspapiere können und wollen wir nicht kommentieren."

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