Private Vorsorge: So kann man Lücken der Krankenkasse füllen

- Gesundheit wird teurer. Für immer mehr Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) muss man künftig zuzahlen, weitere wie Sehhilfen oder ein Teil der rezeptfreien Medikamente stehen bereits auf der Streichliste der nächsten Gesundheitsreform. Diese Kürzungen lassen sich mit privaten Zusatzversicherungen ausgleichen. Sinnvolle Erweiterungen des Basisschutzes betreffen unter anderem die stationäre und ambulante Behandlung, das Krankentagegeld sowie die Reisekrankenversicherung im Ausland.

<P>Für einige Mitglieder der GKV gibt es die privaten Zusatzversicherungen zum Nulltarif. Denn wer zur Zeit noch in einer relativ teuren Kasse ist, kann durch einen Wechsel in eine günstige je nach Einkommen bis zu 600 Euro pro Jahr sparen. Mit dem so gewonnenen Geld kann man sich den fehlenden Schutz inklusive "Erste-Klasse-Komfort" zulegen. Da über 90 Prozent aller GKV-Leistungen gleich sind, büßt man durch einen Wechsel kaum etwas ein. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass sich der Arbeitgeber an den Kosten einer privaten Zusatzversicherung nicht beteiligt. Auch müssen diese Beiträge im Falle einer Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit weitergezahlt werden.</P><P>Stationäre Behandlung</P><P>Mit einer Zusatzpolice für die stationäre Behandlung sichern sich Kassenpatienten den Service eines Privatpatienten, beispielsweise freie Klinik- und Arztwahl sowie den Komfort eines Ein- oder Zwei-Bett-Zimmers. Zu beachten ist, dass bei einigen Tarifangeboten die Versicherer Honorare nur bis zum 3,5-fachen der ärztlichen Gebührenordnung erstatten. Der Chefarzt verlangt aber schon mal mehr. Es ist daher ratsam, einen Vertrag ohne diese Begrenzung abzuschließen.</P><P>Ambulante Behandlung</P><P>Wer seine GKV-Leistungen mit einem ambulanten Zusatzschutz ausbauen will, kann unter einer Fülle von Leistungspaketen wählen. Zur Auswahl stehen zudem Tarife mit einem individuellen Leistungsschwerpunkt, zum Beispiel für Heilpraktiker oder Zahnersatz. Vor einem Vertragsabschluss sollte man jedoch unbedingt prüfen, ob die Private Krankenversicherung (PKV) eigene Leistungen auch ohne Vorleistungen durch die GKV erstattet. Viele Versicherungen ergänzen nämlich nur vorhandene Leistungen der GKV. Mögliche Konsequenz für den Versicherungsnehmer: Zahlt die GKV nichts mehr für eine Brille, so könnte die PKV ebenfalls eine Erstattung ablehnen. Man sollte daher Verträge bevorzugen, die eine Kostenerstattung garantieren.</P><P>Krankentagegeld</P><P>Längere Arbeitsunfähigkeit kann für Selbstständige oder besserverdienende Angestellte mit hohen Ausgaben existenzbedrohend sein. Die PKV bietet deshalb für Angestellte die Differenzabsicherung zwischen dem GKV-Krankengeld und dem Einkommen an. Selbstständige und Freiberufler hingegen können frei entscheiden, ab wann die Zahlung von Krankentagegeld einsetzen soll.</P><P>Reiseversicherung</P><P>Bei Reisen im Ausland ist eine spezielle Krankenversicherung vor allem für gesetzlich Versicherte ein absolutes Muss. In den meisten ost- und außereuropäischen Ländern gilt man als Privatpatient und muss deswegen alle Kosten selber tragen. Vor allem ist zu beachten: Den Rücktransport zahlen die Krankenkassen grundsätzlich nicht. Hier können Kosten von bis zu 15 000 Euro auflaufen.</P><P>Vorher kalkulieren</P><P>Vor dem Abschluss einer privaten Zusatzversicherung sollte man genau überlegen, welcher Versicherungsschutz wirklich nötig ist. Denn abhängig von der individuellen Lebenssituation kann es sinnvoll sein, die Rechnungen aus eigener Tasche zu begleichen. Deshalb empfiehlt es sich, zunächst alle Kosten gegenüberzustellen. Der Preis der Zusatzversicherung richtet sich unter anderem nach Geschlecht, Eintrittsalter und Gesundheitszustand.<BR><BR></P>

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