Private-Equity: Riskantes Geschäft für Privatanleger kaum geeignet

- Mit Top-Renditen locken Anbieter von Private-Equity-Fonds. Dabei handelt es sich um Beteiligungen an aufstrebenden und nicht börsennotierten Unternehmen, die früher nur millionenschweren Investoren offen standen. Mittlerweile umwerben Private-Equity-Anbieter auch Kleinanleger und stellen ihnen Renditen bis zu 25 Prozent in Aussicht. Doch die Sache hat einen Haken: Ob der Anleger wirklich gewinnt, lässt sich schwer einschätzen.

<P class=MsoNormal>"Klar ist nur, dass ein solches Investment teuer ist", sagt Ariane Lauenburg vom Magazin Finanztest der Stiftung Warentest. Während Anlagen in direkt investierende Fonds nur institutionellen Anlegern und sehr vermögenden Privatkunden vorbehalten sind, wird Kleinanlegern der Zugang über Private-Equity-Dachfonds ermöglicht, von denen in Deutschland derzeit rund ein Dutzend zur Auswahl stehen. Sie investieren nicht direkt in Unternehmen, sondern in mehrere Private-Equity-Fonds. Diese sind ihrerseits an bis zu 20 Firmen beteiligt, sodass der Anleger an den Wachstumschancen bis zu 200 Unternehmen partizipiert. Werden sie erfolgreich an die Börse gebracht oder später mit Gewinn verkauft, steigt das Vermögen des Fonds und damit auch der Wert der Beteiligung des Privatanlegers am Dachfonds.</P><P class=MsoNormal>Vorzeitige Rückgabe verlustreich</P><P class=MsoNormal>Die Laufzeit der Dachfonds beträgt in der Regel zehn Jahre. Anleger können mit einer Mindestanlage ab 2000 Euro einsteigen oder in einen Sparplan investieren. Interessenten sollten aber berücksichtigen, dass ein Ausstieg vor Ende der Laufzeit nur mit Verlusten möglich ist, betont Lauenburg.</P><P class=MsoNormal>Denn einen geregelten Zweitmarkt für geschlossene Fonds gebe es nicht, und selbst wenn man seine Anteile zurückgeben könne, sei das nur mit großen Einbußen möglich. Private-Equity-Dachfonds bieten durchaus gute Gewinnchancen, wie der Wirtschaftswissenschaftler Stefan Jugel von der Fachhochschule Wiesbaden ermittelt hat. Nach seinen Untersuchungen lagen die Renditen in der Vergangenheit drei bis fünf Prozent über denen von Aktienanlagen. Dennoch sind die Dachfonds nach Ansicht Jugels wegen der hohen Kosten für Privatanleger nicht geeignet.</P><P class=MsoNormal>So betrage die jährliche Managementgebühr bis zu 2,3 Prozent, hinzu kämen Einmalkosten und Erfolgsbeteiligungen am Gewinn von jeweils bis zu 15 Prozent. Dadurch sind die Renditevorteile gegenüber Aktieninvestments schon wieder verloren, sagt Jugel.</P><P class=MsoNormal>Hohe Gebühren und unseriöse Versprechen</P><P class=MsoNormal>Das Magazin "Finanztest" hat gerade das Angebot eines großen deutschen Dachfonds-Anbieters auf seine Warnliste gesetzt, weil die hohen Kosten und das Verlustrisiko der Geldanlage in einem krassen Missverhältnis zu den Renditechancen stehen. So trägt ein Anleger, der im Rahmen eines Sparplans innerhalb von zehn Jahren 6360 Euro einzahlt, Kosten in Höhe von fast 2500 Euro. "Das ist ein schlechtes Geschäft", sagt Ariane Lauenburg. Damit der Anleger wenigstens sein Investment zurückbekomme, müsse der Dachfonds jährlich immerhin mehr als neun Prozent Rendite erwirtschaften. Grundsätzlich seien Private-Equity-Fonds nur etwas für Kenner und vermögende Anleger, die bereit seien, viel Geld zu investieren und für hohe Renditen ein entsprechendes Verlustrisiko einzugehen, betont Finanzexperte Jugel. </P><P class=MsoNormal>Kleinanleger sollten aber besser auf andere Investments ausweichen und nicht blind den Werbebotschaften der Anbieter vertrauen. Denn die seien vielfach irreführend und die Renditeversprechen in den Fondsprospekten nicht selten schlicht unseriös.</P>

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