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Privaten Zusatzversicherungen auf den Zahn gefühlt

- München - Für ein perfektes Gebiss müssen gesetzlich Versicherte seit Januar tiefer in die Tasche greifen. Das wissen die Krankenkassen und machen Werbung für private Zusatzversicherungen. Kassenpatienten sollten diese aber genau vergleichen. Das gilt vor allem für Extrapolicen für Zahnersatz und Krankenhausbehandlungen. Darauf weist die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer jüngsten Ausgabe hin.

Allgemeines

Grundsätzlich gilt: Zusatzversicherungen lohnen sich für Menschen, die mehr wollen, als die Kasse zahlt. Privatversicherer bieten vor allem Leistungspakete, in denen verschiedene Extras enthalten sind: etwa Kostenübernahme für höherwertige Materialien beim Zahnersatz. Aber Achtung: Es gibt keine Zusatzpolice, die Rechnungen in beliebiger Höhe komplett erstattet. In den meisten Fällen muss der Kunde trotz Zusatzversicherung einen Eigenanteil tragen. Bei zusätzlichen Versicherungen für Krankenhausaufenthalte sind Beitragsunterschiede von bis zu 100 Prozent keine Seltenheit. Auch wenn die eigene Krankenkasse mit einem Beitragsrabatt für die Zusatzpolice lockt, können Angebote anderer Versicherungen günstiger sein. Leistungen können oft erst drei Monate nach Vertragsabschluss eingefordert werden. Für Kieferorthopädie etwa sogar erst nach acht Monaten.

Beteiligungsverhältnisse

Ob ein Kunde viel oder wenig Geld von seiner Zusatzversicherung bekommt, hängt vor allem davon ab, an welchem Teil der Rechnung sie sich beteiligt. Die Rechnungen für Patienten, die mehr wollen als die Kassenversorgung, setzen sich aus einem Kassenteil und einem Privatteil zusammen. Denn Mehrleistungen, die über das Kassenniveau hinausgehen, rechnet der Zahnarzt genauso ab wie bei Privatpatienten. Manche Versicherungen beteiligen sich an dem Privatteil aber nicht. Sie reduzieren nur den Eigenanteil des Patienten an der Kassenversorgung bei einer kostengünstigen Standardbehandlung.

Eigenanteil reduzieren

Wer also grundsätzlich mit der Kassenversorgung zufrieden ist und nur seinen Eigenanteil am Zahnersatz reduzieren will, für den ist laut "Finanztest" der Zahnzusatztarif "dent 100" des Deutschen Rings eine günstige Lösung. Dafür zahlt ein 43-Jähriger zehn Euro im Monat. Die Selbstbeteiligung an Kassenleistungen wird meist voll übernommen - Kosten aus privaten Mehrkostenvereinbarungen nur eingeschränkt.

Extras finanzieren

Sobald ein Patient von der Standardbehandlung abweicht, wird es teuer. Wählt er etwa keine Metallkrone, sondern eine Krone mit kompletter Keramikverblendung, berechnet der Zahnarzt das, was die Standardversorgung übersteigt, im Rahmen einer privaten Mehrkostenvereinbarung nach der teureren privaten Gebührenordnung. Um den damit höheren Eigenanteil zu reduzieren, braucht der Patient also eine Zusatzversicherung, die sich nicht nur an den Kosten für die Regelversorgung, sondern am gesamten Rechnungsbetrag beteiligt.

Wer also Zahnersatz aus höherwertigen Materialien, Inlay statt Amalgamfüllungen und einen möglichst hohen Zuschuss zu Implantaten wünscht, dem empfiehlt "Finanztest" folgende Tarife: Barmenia (ZG), Arag (Z 100) und Deutscher Ring (Dent +). Dafür zahlt ein 24-jähriger Mann 19 Euro, eine gleichaltrige weibliche Patientin 24 Euro im Monat.

Günstige Angebote

Wem das zu teuer ist, wer aber trotzdem Zuschüsse zu Inlays, Implantaten und implantatgestütztem Zahnersatz will, für den sind die günstigsten Angebote der Zahnzusatztarif EZ der Hansemerkur und ein Paket aus Zahnzusatz- und Auslandsreisekrankenversicherung der Debeka (Tarif AZPlus). Beide decken mindestens ein Viertel der Gesamtkosten für beliebigen Zahnersatz und schlagen für einen 43-jährigen Patienten mit weniger als zehn Euro zu Buche.

Krankenhaus-Zusatz

Bei Krankenhaus-Zusatzpolicen, die etwa eine freiere Auswahl des Krankenhauses oder Chefarzt-Behandlung sichern, gilt es, genau auf die Höhe der Prämien zu achten. Für die Leistungen Chefarzt-Behandlung und Einbettzimmer bei Männern schafften es Concordia, Huk-Coburg und Victoria an die Spitze. Bei den gleichen Merkmalen für Frauen siegten Huk-Coburg, Arag und Victoria.

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