Privatisierung der Telekom geht in weitere Runde

Frankfurt/Main - Die milliardenschwere Privatisierung der Deutschen Telekom geht in eine weitere Runde. Die staatseigene KfW-Bankengruppe bot institutionellen Investoren eine Umtauschanleihe in einem Volumen von bis zu 3,3 Milliarden Euro an.

Darüber könnten bis Mitte 2013 weitere rund fünf Prozent der Telekom an Privatinvestoren gehen, wie die Bank mitteilte. Der Bund und die KfW halten derzeit zusammen noch rund 32 Prozent der Anteile. Der Kurs der Telekom-Aktie sackte nach der Ankündigung zeitweise um etwa 1,5 Prozent auf 11,76 Euro.

Bereits 2003 hatte die KfW eine vergleichbare Umtauschanleihe im Volumen von 5,0 Milliarden Euro ausgegeben. Hier geht die Bank aber davon aus, dass die Investoren bei Auslaufen des Papiers im August dieses Jahres lieber die Barauszahlung wählen, da die Telekom-Aktie derzeit deutlich unter dem vereinbarten Wandlungspreis von 17,526 Euro notiert. Die 2003er Anleihe hätte bei anderer Kursentwicklung dazu führen können, dass ein Paket von rund 6,5 Prozent aller Telekom-Aktien an Privatinvestoren gegangen wäre. Auch bei der neuen Anleihe ist noch nicht sicher, ob die Aktien abgegeben werden oder das Geld zurückgezahlt wird.

Mit der neuen Anleihe wolle die KfW dem Markt auch ein Signal geben, dass der Bund und die KfW sich weiterhin der Privatisierung der Telekom verpflichtet fühlten. Ein Sprecher erklärte, die KfW erwarte durch den Verkauf längerfristig keine negativen Auswirkungen auf den Kurs der Telekom-Aktien. Die KfW hatte ihre Telekom-Aktien vom Bund übernommen, um sie später an den Markt zu bringen. Mit dem "Platzhaltermodell" nutzt der Bund die Erfahrungen der KfW bei der Abgabe von Wertpapieren.

Die Umtauschanleihe wurde ausschließlich institutionellen Investoren außerhalb der USA angeboten und soll künftig auch an der Börse gehandelt werden. Die genaue Höhe von Zinscoupon und Umtauschprämie standen zunächst noch nicht fest. Die KfW sicherte zu, rund ein halbes Jahr lang keine weiteren Telekom-Anteile zu verkaufen.

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