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Die Konzernzentrale zieht nach Hamburg.

Praktiker muss sparen - und zieht um

Kirkel - Die Baumarktkette Praktiker hat sich einen strikten Sanierungskurs verordnet. Dazu gehört die Verlegung der Konzernzentrale vom Saarland nach Hamburg. Über die Modalitäten besteht jetzt Einigkeit.

Der Weg für den Umzug der Praktiker-Zentrale vom saarländischen Kirkel nach Hamburg ist frei. Management und Konzernbetriebsrat der angeschlagenen Baumarktkette einigten sich am Dienstag auf einen “Interessenausgleich“ für die Beschäftigten, teilten Praktiker und die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. Zudem wurde ein Sozialplan für den geplanten Abbau von voraussichtlich bis zu 1400 der 10 800 Arbeitsplätze in Deutschland erstellt.

Die Zusammenlegung der bisher getrennten Zentralen von Praktiker und seiner Tochter Max Bahr zu einer Einheit in Hamburg ist Teil der geplanten Sanierung. Die Baumarktkette steckt in den roten Zahlen. Mit dem Umzug würden rund 220 der 621 Vollzeit-Stellen in der Konzernzentrale wegfallen, hieß es bei Praktiker. Verdi rechnet damit, dass 370 von 592 tariflich bezahlten Mitarbeitern der Zentrale in Kirkel ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Zentralen sollen zum 30. September zusammengelegt werden.

Der Sozialplan sieht unter anderem die Höhe von Abfindungen für Mitarbeiter vor, die im Zuge der Restrukturierung nicht an einen anderen Arbeitsplatz wechseln wollen. Neben den Beschäftigten in der Konzernzentrale müssen auch die Mitarbeiter von unrentablen Märkten damit rechnen, ihren Job zu verlieren. Das Unternehmen überprüft derzeit etwa 30 der mehr als 230 Praktiker-Märkte in Deutschland auf ihre Wirtschaftlichkeit.

"Hochexplosive Verhandlungen"

Gewerkschaftssekretärin Steffi Recknagel sprach von “schwierigen und hochexplosiven Verhandlungen“ zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den vergangenen Wochen. “Wir haben das angesichts der wirtschaftlichen Situation (von Praktiker) Bestmögliche erreicht“, sagte die Verdi-Funktionärin. Sie kritisierte, die Geschäftsführung habe ein Konzept der Arbeitnehmer, das den Erhalt der Konzernzentrale in Kirkel vorgesehen hätte, gar nicht erst zur Kenntnis genommen.

Restrukturierungsvorstand Josef Schultheis zeigte sich mit der Vereinbarung zufrieden. “Trotz großer Interessensgegensätze haben wir ein Ergebnis erzielt, das dem Ernst der Lage gerecht wird und von der gemeinsamen Verantwortung für (...) den Erhalt der insgesamt 20 000 Arbeitsplätze im Konzern getragen ist“, erklärte er.

Die Baumarktkette betrieb zum Jahresende 2011 insgesamt 330 Märkte in Deutschland, davon 235 unter der Marke “Praktiker“, 78 “Max Bahr“ und 17 “BAU+HOBBY“, sowie 109 Märkte im Ausland. Der Umsatz lag 2011 bei 3,2 Milliarden Euro, fast acht Prozent unter dem vom Vorjahr. 2010 hatte Praktiker einen Fehlbetrag von mehr als 33 Millionen Euro verbucht.

dpa

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