Produktionsausbau bei Anti-Grippemittel Tamiflu

- Basel - Der Schweizer Pharma-Konzern Roche hat sein weltweites Netz für die Herstellung des Anti-Grippemittels Tamiflu weiter ausgebaut. Bis Ende dieses Jahres sollen jährlich 400 Millionen Packungen produziert werden können, teilte der Konzern am Donnerstag in Basel mit.

Tamiflu wirkt beim Menschen gegen Vogelgrippe. Die Kapazitätserhöhung um weitere 100 Millionen Packungen sei auf Grund der Zusammenarbeit mit zusätzlichen externen Partnern und der Erweiterung der eigenen Produktionsanlagen möglich.

Das Netz umfasst mehrere Roche-Standorte und 15 externe Partnerfirmen in neun Ländern. Sie wurden danach ausgewählt, ob sie in relativ kurzer Zeit und entsprechend den Qualitätsanforderungen von Roche große Mengen von Zwischen-und Endprodukten des Mittels (Wirkstoff: Oseltamivir) herstellen können.

Daneben stehe der Konzern kurz vor dem Abschluss eines Lizenzvertrages mit einem Unternehmen in China, hieß es in der Mitteilung ferner. Gespräche liefen auch mit Afrika, um dort die Herstellung von Tamiflu zu prüfen.

Die Auslastung der jetzt geschaffenen Kapazitäten hänge von den künftigen Bestellung der Regierungen zum Schutz vor einer GrippePandemie ab, betonte der Roche-Pharma-Chef William Burns. Bisher hätten 65 Ländern Tamiflu bei Roche bestellt. Das Konzern habe außerdem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 5,125 Millionen Packungen gespendet, die bei Ausbruch einer Pandemie rasch international verteilt werden können.

Roche hat außerdem eine Reihe von Forschungsprogrammen aufgelegt, um noch offene Fragen im Bezug auf die Verwendung von Tamiflu gegen das Vogelgrippevirus H5N1 zu klären. Der Erreger verändere sich ständig. "Wir wissen, dass das 1997 in Hongkong festgestellte Grippevirus sich von demjenigen in Vietnam unterscheidet und dieses wiederum anders ist, als das vor kurzem in der Türkei festgestellte", sagte David Reddy, Leiter des Pandemie-Krisenstabs bei Roche. Damit das Virus eine Pandemie auslösen könne, müsse es jedoch nochmals mutieren.

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