Produktpiraterie kostet Industrie Milliarden

- München - Die Software-Branche hat im Kampf gegen Produktpiraten eine Angleichung des Strafrechts gefordert. Solange es Länder gebe, in denen Produktpiraterie als Bagatelldelikt gelte, sei sie nur schwer einzudämmen, sagte Georg Herrnleben, Zentraleuropa-Sprecher der Business Software Alliance (BSA), einem Zusammenschluss weltweit führender Softwarehersteller, in München.

<P class=MsoNormal>Laut Herrnleben lag die Piraterie-Rate für Software in Deutschland im Jahr 2003 bei 30 Prozent. Der Schaden: geschätzte 1,7 Milliarden Euro. Ein Rückgang der Rate nur um zehn Prozent bis zum Jahr 2006 könne 40 000 deutsche Arbeitsplätze bringen. Software kopiersicher zu machen, sei nicht zielführend. "Ein Rüstunsgwettlauf mit den Piraten würde Milliarden kosten und auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen. Und jeder Kopierschutz wird über kurz oder lang geknackt."</P><P class=MsoNormal>Am wenigsten Piraten-Software ist laut BSA in den USA (22 Prozent) im Umlauf. Die höchsten Raten haben Russland (87 Prozent), China und Vietnam (je 92 Prozent).</P><P class=MsoNormal>Software ist nur ein Feld der Fälscher. In den ersten drei Quartalen 2004 sind nach EU-Angaben rund 75 Millionen nachgeahmte Produkte an den EU-Außengrenzen sichergestellt worden - zehn Prozent mehr als 2003. Nach Zigaretten und Datenträgern liegen Plagiate von Kinderspielzeug inzwischen an dritter Stelle. Auch Medikamente, Lebensmittel, Getränke und Textilien werden zunehmend gefälscht. Weil es den Fälschern aber weniger auf Qualität ankommt, warnen Experten vor Gefahren für die Gesundheit der Konsumenten.</P><P class=MsoNormal>Hochburg der Produktpiraten bleibt China. Knapp zwei Drittel aller Nachahmungen stammen von dort. Das Weltwirtschaftsforum hat den Schaden der weltweiten Produktpiraterie für 2003 auf 450 Milliarden Euro veranschlagt. EU-weit gehen dadurch nach Schätzungen bis zu 200 000 Arbeitsplätze verloren.</P><P class=MsoNormal> </P>

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