+
Die Hummel-Porzellanfiguren gelten bei Sammlern und Käufern als Symbol für eine heile Welt. Sie gehen zurück auf Entwürfe und Zeichnungen der Nonne Maria Innocentia Hummel (1909-1946). Foto: Daniel Karmann

Produktion soll weitergehen

Hersteller der Hummel-Figuren insolvent

Hummel-Figuren waren in der Nachkriegszeit internationale Verkaufsschlager. Doch das Geschäft mit der heilen Welt ist so schwierig, dass die oberfränkische Manufaktur seit über einem Jahrzehnt nicht aus der Krise kommt.

Rödental (dpa) - Der Hersteller der weltberühmten Hummel-Figuren ist ein weiteres Mal insolvent. Grund sind Zahlungsschwierigkeiten, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus-Christof Ehrlicher mitteilte.

Das Amtsgericht Coburg bestätigte den Eingang des Insolvenzantrags. Damit ist das kleine oberfränkische Unternehmen zum dritten Mal seit der Jahrtausendwende in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Produktion der bei Liebhabern und Sammlern auf der ganzen Welt beliebten Porzellanfiguren soll aber nicht ins Stocken geraten.

Das Unternehmen beschäftigt nach Ehrlichers Angaben 70 Mitarbeiter, die Produktion gehe derzeit normal weiter. Erste Interessenten hätten bereits Kontakt mit ihm aufgenommen.

Die Hummel-Figuren, die auf Entwürfe der Nonne Maria Innocentia Hummel zurückgehen, werden seit 1935 hergestellt und verkörpern eine heile ländliche Welt. Sie starb bereits 1946 und erlebte den großen internationalen Erfolg nicht mehr. Kritiker halten die Figuren seit jeher für süßlichen Kitsch, doch auch heute gibt es noch eine internationale Fangemeinde, vor allem in den USA gelten die Hummel-Figuren als ebenso deutsch wie Kuckucksuhren.

Das Geschäft mit den Porzellanfiguren aber ist sehr schwierig geworden. Der ursprüngliche Hersteller Goebel beschäftigte in der Blütezeit mehr als 1600 Mitarbeiter, nach der Jahrtausendwende aber ging es steil bergab. 2006 kam der erste Insolvenzantrag, 2008 wurde die Produktion eingestellt. 2009 wurde die Manufaktur übernommen und die Herstellung in kleinerem Maßstab wiederaufgenommen, bis 2013 der zweite Insolvenzantrag folgte. Seit 2015 ist ein US-Investor Mehrheitsgesellschafter, nun folgte der neuerliche Insolvenzantrag.

Manufaktur

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schock bei Aldi: Kunde macht Ekel-Entdeckung und ist nicht zu beruhigen
Ein Kunde entdeckte etwas Ekliges in einem Aldi-Produkt. Deswegen will er den Discounter in Zukunft meiden.
Schock bei Aldi: Kunde macht Ekel-Entdeckung und ist nicht zu beruhigen
Kieler Institut und DIW senkten Wirtschaftsprognosen
Im Sommer gab es eine kalte Dusche für die Konjunktur. Geht der historisch lange Aufschwung der deutschen Wirtschaft nun zu Ende?
Kieler Institut und DIW senkten Wirtschaftsprognosen
Bahn macht neues Tarifangebot - kein Streik in Sicht
Es geht um Prozente, Laufzeiten und Einmalzahlungen - wie viel Geld die Eisenbahner künftig bekommen, darum wird noch immer gerungen. Für Fahrgäste gilt: So lange …
Bahn macht neues Tarifangebot - kein Streik in Sicht
Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution frei
Bei einer Auslieferung an die USA droht der Huawei-Topmanagerin Meng Wanzhou eine hohe Haftstrafe. Der Fall ist höchst brisant - besonders nach der Festnahme eines …
Huawei-Finanzchefin kommt gegen Kaution frei

Kommentare