Professionelle Suche nach Glück: Keine Garantie für die große Liebe

- Das Geschäft mit der Partnerschaft boomt. Immer mehr der elf Millionen deutschen Singles nutzen die Dienste von Kontaktbörsen oder Vermittlern, um Freund, Ehefrau oder einen heißen Flirt kennenzulernen. Doch auf die einsamen Herzen lauern einige Fallstricke, gerade im Internet tummeln sich unseriöse Kuppler. Unsere Zeitung zeigt, worauf es ankommt, wie hoch die Preise sind - und die Erfolgsaussichten.

Internet oder Institut? Wer bei der Partnersuche die Dienste eines Vermittlers in Anspruch nehmen will, hat zwei Möglichkeiten: Persönlich eine Agentur aufsuchen oder eine der Plattformen im Internet nutzen. Weil die Angebote im Netz wesentlich billiger sind und die Auswahl oft größer, haben sie in den vergangenen Jahren gerade bei jungen Leuten einen Boom erlebt. Rund sechs Millionen Nutzer, schätzen Beobachter, spüren dem Traumpartner im Internet nach. Welche Leistungen werden geboten? Grob wird zwischen Partneragenturen und einfachen Kontaktbörsen unterschieden. Erstere sind klassische Vermittler, die ihre Dienste in Büros oder wie "Der Zweite Frühling" (www.dzf.de) auch online anbieten. Kern ihrer Tätigkeit neben einer mehr oder weniger umfassenden Beratung: Aus einem Fragebogen wird ein Profil erstellt, das mit bestehenden Einträgen in der Kartei abgeglichen wird. Passen zwei zueinander, werden Treffen arrangiert. Bei den preisgünstigeren Kontaktbörsen im Internet dagegen bleiben die Kunden auf sich allein gestellt. iLove. de, Match.com, Friendscout24. de, Neu.de oder Meetic. de stellen lediglich einen Marktplatz zur Verfügung, auf dem die Partnersuchenden aufeinandertreffen, wie Horst Wiechers von Singleboersen- Vergleich.de erklärt. Dort können sich Kontaktsucher mit einer Anzeige samt Foto präsentieren oder Datenbanken nach passenden Kontakten durchforsten. Bei Gefallen wird per E-Mail oder Chat angebandelt.  Wie hoch sind die Preise?  "Wer Kontakte knüpfen Professionelle Suche nach Glück: Keine Garantie für die große Liebe Dennoch erfreuen sich gerade Internetangebote starker Beliebtheit will, muss bezahlen", urteilte die Stiftung Warentest kürzlich über die kommerzielle Partnersuche im "Test"-Magazin. Am meisten muss dabei berappen, wer sich an eine Agentur wendet: Die veranschlagt für ihre Dienste locker ein paar Tausend Euro, wie die Berliner Verbraucherschützer ermittelten. Deutlich günstiger ist die Chance auf einen Partner im Internet. In der Regel bieten alle Webangebote eine kostenfreie Probenutzung an. Allerdings soll das nur Appetit machen, zentrale Funktionen sind nicht aktiviert. Oft könne man beispielsweise nur die Profile anderer einsamer Herzen durchstöbern, deren Kontaktdaten werden aber ausgeblendet. Wer mehr wissen will, muss bei den Kontaktbörsen zehn bis 20 Euro pro Monat für eine Mitgliedschaft zahlen. Bei den Partnervermittlungen sind wegen des größeren Aufwands deutlich höhere Preise üblich. Beim Zweiten Frühling beispielsweise kosten drei Monate 119,50 Euro. Allerdings gibt es auch einige Gratisangebote wie Finya.de und Kwick.de. Und bei den Kontaktbörsen iLove.de, Meetic.de oder Neu.de dürfen immerhin Frauen umsonst mitmachen, um den weiblichen Anteil ihrer Plattformen zu steigern. Wie findet man das richtige Angebot? Nicht alle der zahlreichen Vermittlungsagenturen und 2500 Kontakt-Webseiten sind seriös. "Statt der großen Liebe lauert da wohl eher die große Abzocke", stellten die Warentester fest. Um keinen Neppern auf den Leim zu gehen, sollten Interessierte deswegen nicht vorschnell unterschreiben oder per Mausklick Aufträge erteilen. "Das Wichtigste ist, sich ein paar Angebote anzuschauen", sagt Horst Wiechers. Letztlich sollten die Verbraucher dabei aber nicht nur einen Blick auf den Preis richten, sonderen auch darauf, ob der Altersquerschnitt passt. So gilt, dass zur Zielgruppe von Partnervermittlern Menschen mit einem Alter ab 35 Jahren zählen. Bei den Agenturen ist die Klientel häufig noch etwas älter, während sich im Internet Nutzer unter 30 tummeln. Wie sind die Erfolgsaussichten? Eine Beziehung lässt sich nicht erzwingen. Wer Vermittlerdienste in Anspruch nimmt, erwirbt deswegen auch keine Garantie auf den Traumpartner. Gerade bei teuren Agenturen kann der Kunde aber darauf pochen, dass ihm brauchbare Partnervorschläge unterbreitet werden, wie das Oberlandesgericht Karlsruhe geurteilt hat (Az.: 19 U 57/05). Es hatte der Klage eines Mannes stattgegeben, der das gezahlte Honorar wegen "ungeeigneter Kontakte" zurückgefordert hatte. Zwei Damen waren nicht erschienen, eine andere hatte ihn wüst beschimpft.

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