Prognose: Wachstum in Ostdeutschland

- Dresden - Die ostdeutsche Wirtschaft wird nach der Prognose des ifo Instituts in diesem Jahr um 1,6 Prozent wachsen. Für 2007 gaben die Experten in Dresden eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,1 Prozent an. Bei den unlängst veröffentlichten Zahlen für ganz Deutschland wurden Werte von 1,8 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent genannt. Im Vorjahr war das BIP in Ostdeutschland um 0,1 Prozent zurückgegangen.

Motor für den Aufschwung im Osten ist das Verarbeitende Gewerbe. Industrie und Bergbau verzeichneten im ersten Quartal bereits ein Umsatzplus von 13,6 Prozent.

Hier soll die Bruttowertschöpfung 2006 um 8,4 Prozent zulegen. Auch für den Handel (3,2 Prozent) und Gastgewerbe (1,7) werden Zuwächse erwartet. Bei der Baubranche geht die Talfahrt dagegen weiter. Für dieses Jahr rechnet ifo mit einem Minus von 3,2 Prozent, 2007 sogar mit minus 5,9 Prozent.

Im Unterschied zum Bundestrend führt die Konjunktur im Osten aber nicht zu mehr Beschäftigung. 2006 soll die Zahl der Erwerbstätigen hier um 0,3 Prozent schrumpfen, im Jahr darauf gar um 0,9 Prozent. Ursache ist vor allem die Lage der arbeitsintensiven Baubranche. "Die kapitalintensiven Wachstumsbranchen schaffen nicht genügend Jobs, um den Rückgang beim Bau zu kompensieren", sagte der stellvertretende ifo-Geschäftsführer in Dresden, Michael Berlemann. Nach der Wende habe der Bauboom im Osten viele Kapazitäten geschaffen. "Der Anpassungsprozess ist relativ weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen."

Im ostdeutschen Vergleich liegt Sachsen beim Wirtschaftswachstum über dem Durchschnittswert der neuen Bundesländer inklusive Berlin. Im Freistaat soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,9 Prozent steigen (2007: 1,6 Prozent). Gesonderte Prognosen für andere Bundesländer legt ifo nicht vor. Sachsen erscheint in der Auflistung separat, da das Institut hier eine Niederlassung habe, hieß es.

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