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Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat rote Zahlen geschrieben.

ProSiebenSat.1 in dunkelroten Zahlen

München - Deutschlands größter Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat im vergangenen Jahr einen dreistelligen Millionenverlust angehäuft und will seinen Stammaktionären keine Dividende mehr zahlen.

Vor allem durch Abschreibungen auf den übernommenen Konkurrenten SBS entstand im Jahr 2008 ein Verlust von 129,1 Millionen Euro nach einem Gewinn von 35,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Neben der Abschreibung drückten die Zinsen für die hohe Verschuldung auf das Ergebnis. "Wir werden daran arbeiten, die finanzielle Situation des Konzerns zu verbessern, damit wir weiterhin Spielraum für Kreativität und Wachstum haben", kündigte der neue Konzernchef Thomas Ebeling am Mittwoch in München an. Belastet wird der Konzern vor allem durch einen milliardenschweren Schuldenberg wegen der Übernahme der skandinavischen Senderkette SBS im Jahr 2007.

Der Umsatz der Gruppe, zu der die Fernsehsender ProSieben, Sat.1, Kabel eins und N24 gehören, sank durch Probleme beim Verkauf von Werbezeiten um sechs Prozent auf 3,05 Milliarden Euro. Neben der allgemeinen Zurückhaltung der Kunden bei den Ausgaben für die Fernsehwerbung trug dazu auch ein neues Verkaufsmodell bei, das der Konzern auf Druck des Kartellamts einführen musste. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel auf vergleichbarer Basis um zehn Millionen Euro auf 618,3 Millionen Euro.

Eine Prognose für das Gesamtjahr wagt der zu den Finanzinvestoren KKR und Permira gehörende Fernsehkonzern nicht mehr. Das Jahr werde von einem sehr schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld geprägt sein. Bei der TV-Werbung müsse mit einem weiteren Marktrückgang gerechnet werden, sagte Ebeling. Wichtige Voraussetzung für die Profitabilität der Gruppe sei nun die Kostenkontrolle. Sein Vorgänger Guillaume de Posch hatte schon im vergangenen Jahr deutliche Einsparungen angekündigt. Für Unruhe bei den Beschäftigten sorgt vor allem der geplante Umzug des Senders Sat.1 von Berlin nach München. Nach Poschs Abtritt Ende des Jahres übernahm Ebeling Anfang März den Chefposten.

Die Aktionäre müssen sich auf radikale Einschnitte bei der Dividende einstellen. Die Stammaktionäre sollen ganz leer ausgehen, die Vorzugsaktionäre nur noch 2 Cent je Aktie erhalten. Für 2007 hatte ProSiebenSat.1 noch 1,25 Euro je Vorzugsaktie sowie 1,23 Euro je Stammaktie bezahlt. Die Aktie des Konzerns setzte ihre Talfahrt nach den Zahlen am Mittwoch fort und verlor am Vormittag mehr als drei Prozent auf 1,23 Euro. Vor einem Jahr stand sie noch bei rund 14 Euro.

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