ProSieben: Hintertür für Springer-Verlag?

- München -­ Das Bieterrennen um Deutschlands größten TV-Konzern ProSiebenSat.1 schreitet voran. Dem Vernehmen nach sind mittlerweile nur noch drei Bewerber im Rennen. Dazu zählen die beiden Konsortien aus den Finanzinvestoren Permira und KKR sowie Goldman Sachs und Apax.

Zudem ist die türkische Dogan-Gruppe im Rennen, an der die Axel Springer AG erst kürzlich eine Beteiligung von 25 Prozent erworben hat. Am Vortag hätten die Interessenten mit der Prüfung der Bücher begonnen, hieß es. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" haben Permira und KKR ein Konzept für die Zeit nach der Übernahme erstellt, wonach ProSiebenSat.1 und die europaweit agierende Sendergruppe SBS Broadcasting zusammengeführt werden sollten.

Weder bei ProSiebenSat.1 noch bei anderen Beteiligten war zu dem Bericht eine Stellungnahme zu erhalten. Die Investoren um den US-Milliardär Haim Saban wollen die Mehrheit an der Senderfamilie verkaufen. Bis 12. Dezember sollten dann die verbindlichen Angebote bei Saban eingereicht werden, hieß es.

Dem Konzept von Permira und KKR zufolge soll ein möglicher neuer TV-Konzern aus ProSiebenSat.1 und SBS unter dem Dach von ProSiebenSat.1 zusammengeführt werden. Sitz soll demnach Unterföhring bleiben. Auch das Management soll bleiben, hieß es. SBS, nach der Übernahme durch die beiden Finanzinvestoren von der Börse genommen, unterhält europaweit 19 Fernsehkanäle sowie 21 Pay-TV-Sender.

Zuletzt hatte die Dogan Yayin Holding um den türkischen Medienzaren Aydin Dogan bekannt gegeben, dass sie sich am Bieterrennen um den 50,5-Prozent-Anteil an ProSiebenSat.1 beteiligen will. Dies hatte auch Spekulationen genährt, dass die Axel Springer AG, die mit ihrem Übernahmeversuch für ProSiebenSat.1 an Kartellproblemen gescheitert war, möglicherweise einen neuen Anlauf unternehmen wolle. Der Verlag selbst hatte dies zurückgewiesen. Der Kauf der Anteile bei Dogan TV habe mit ProSiebenSat.1 nichts zu tun, hatte eine Sprecherin erklärt. Zugleich sei vom künftigen Eigner abhängig, ob Springer seinen Anteil von zwölf Prozent an ProSiebenSat.1 abstoße, behalte oder erhöhe. "Springer ist nach wie vor höchst interessiert", hieß es Branchenkreisen.

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