Pro-Sieben: Springer soll Übernahme prüfen

- München - Der Axel-Springer-Verlag prüft offenbar eine Übernahme der Sendergruppe Pro-Sieben-Sat.1. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sondierte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner am Wochenende in Los Angeles bei Pro-Sieben-Haupteigentümer Haim Saban die Chancen für eine Übernahme der Stimmrechtsmehrheit. Dies sei für den Axel-Springer-Verlag "eine interessante Perspektive", zitierte der "Spiegel" unternehmensnahe Kreise.

Der Hamburger Medienkonzern hält derzeit 12 Prozent an der Pro-Sieben-Sat.1 Media AG. Saban selbst besitzt knapp 25 Prozent des Kapitals, gemeinsam mit mehreren Finanzinvestoren kontrolliert er 50,5 Prozent der Senderkette, was aber wegen der Aufteilung in Stammaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien 88 Prozent der Stimmrechte entspricht. "Spiegel" und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichteten, Saban woll sich nur teilweise zurückziehen.

Eine Konzernsprecherin wollte zu den Berichten nicht Stellung nehmen. "Marktspekulationen kommentieren wir nicht", sagte sie. Saban-Chefunterhändler Adam Chesnoff dementierte laut "Spiegel" jegliche Verkaufsabsichten: "Wir sind sehr glücklich mit unserem Investment in Deutschland, und an unserer Position hat sich nichts geändert."

Saban hatte die Mehrheit an der Sendergruppe im August 2003 für 525 Millionen Euro aus der Konkursmasse des Kirch-Konzerns erworben. 2004 hatte er für 196 Millionen Euro seine Anteile aufgestockt und sich an einer Kapitalerhöhung beteiligt. Laut "Spiegel" bietet Springer nun 1,5 Milliarden Euro, was Saban einen Gewinn von mehr als 500 Millionen Euro einbringen würde.

Axel Springer hatte sich bereits bei der Zerschlagung des Kirch-Konzerns als Teil eines Bieterkonsortiums mit der Spiegelgruppe und dem Bauer Verlag vergeblich um einen Zuschlag für Pro-Sieben-Sat.1 beworben.

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