+
Der Online-Partnervermittler Parship hilft bei der Suche nach einer neuen Liebe im Netz. Nun hat der Medienkonzern ProSiebenSat.1 das Unternehmen übernommen. Foto: Sven Hoppe

ProSiebenSat.1 übernimmt Mehrheit an Parship Elite Group

ProSiebenSat.1 gibt den Partnervermittlern Parship und Elitepartner das Jawort. Mit dem Zukauf baut der Medienkonzern sein Digitalgeschäft weiter aus und erhofft sich davon mittelfristig mehr Umsatz und Gewinn.

München (dpa) - Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 steigt ins Geschäft mit der Online-Partnervermittlung ein und übernimmt die Parship Elite Group. Für 100 Millionen Euro kauft ProSiebenSat.1 50 Prozent der Anteile plus eine Aktie.

Mit weiteren 100 Millionen Euro würden bestehende Finanzierungen von Parship Elite abgelöst, wie ProSiebenSat.1 in München mitteilte. Die bisherigen Eigentümer der beiden Single-Börsen, Oakley Capital Private Equity II und das aktuelle Management, bleiben an Bord und halten künftig zusammen knapp unter 50 Prozent. Die Kartellbehörden müssen den Kauf noch genehmigen.

Dank des erwarteten Umsatz- und Gewinnbeitrags will der Medienkonzern auch seine mittelfristigen Finanzziele für 2018 anheben, wie ProSiebenSat.1-Finanzvorstand Gunnar Wiedenfels ankündigte. Details dazu will das Unternehmen bei einem Investorentag am 13. Oktober veröffentlichen.

ProSiebenSat.1 setzt seit längerem verstärkt aufs Digitalgeschäft, um sich unabhängiger von der TV-Werbung zu machen. Größere Zukäufe waren zuletzt das Vergleichsportal Verivox und der Online-Reiseanbieter Etraveli. Erst vor kurzem machte Konzernchef Thomas Ebeling in einem Interview deutlich, dass er nach weiteren größeren Übernahmekandidaten Ausschau hält.

"Die Akquisition der Parship Elite Group unterstreicht unseren strategischen Fokus auf etablierte profitable Wachstumsunternehmen, die Marktführer in ihrem Segment sind, stark von TV Werbung profitieren und unser Digitalgeschäft stärken", erklärte ProSiebenSat.1-Digitalvorstand Christian Wegner. Der Markt für Partnervermittlungen wachse jährlich um etwa zehn Prozent. Gemeinsam mit den Mitgesellschaftern solle das Online-Dating-Geschäft der Gruppe in den kommenden Jahren europaweit weiterentwickelt werden.

Der britische Finanzinvestor Oakley Capital hatte erst im vergangenen Jahr zunächst Parship von Holtzbrinck übernommen und kurz darauf auch das Unternehmen Elitepartner, das bis dahin zum Medienkonzern Burda gehörte. Die beiden Partnervermittler gehören zu den führenden Anbietern in Deutschland und Europa. Zusammen haben sie rund 230 Mitarbeiter am Sitz der Parship Elite Group in Hamburg sowie in einem weiteren Büro in Amsterdam.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
Berlin (dpa) - Bei der Aufteilung der insolventen Fluglinie Air Berlin sieht ein Reiseexperte derzeit nicht die Gefahr steigender Ticketpreise. "Es sind weder ein …
Experte: Keine steigenden Preise nach Air-Berlin-Aufteilung
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz
Zehn Jahre nach der Finanzkrise sprudeln an der Wall Street die Gewinne. Europas Banken hinken hinterher. Nach Einschätzung von Experten wird sich daran so schnell auch …
US-Banken weitaus profitabler als europäische Konkurrenz
E-Autolobby: Elektroautos sind keine Gefahr fürs Stromnetz
Ist das Elektroauto eine Gefahr fürs Stromnetz? Die Energiebranche ist besorgt, doch die Fürsprecher der Stromautos halten das für stark übertrieben.
E-Autolobby: Elektroautos sind keine Gefahr fürs Stromnetz
Sind Elektroautos eine Gefahr fürs Stromnetz?
Die Energiebranche ist besorgt, doch die Fürsprecher der Stromautos halten das für stark übertrieben.
Sind Elektroautos eine Gefahr fürs Stromnetz?

Kommentare