Pro-Sieben-Sat1: Kauft Springer die ganze Senderfamilie?

- München - Deutschlands größtes Presseunternehmen, der Springer-Verlag, steht offenbar vor der Übernahme der Fernsehsendergruppe Pro-Sieben-Sat1 Media AG. Der Verlag und die gegenwärtigen Hauptaktionäre der TV-Kette seien sich über das Geschäft im Prinzip einig, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Nun solle rasch ein Kaufvertrag ausgehandelt und dem Bundeskartellamt vorgelegt werden. Die Übernahme in Milliardenhöhe soll laut "SZ" die Deutsche Bank finanzieren.

<P>Damit stehe in der deutschen Medienbranche die größte Übernahme seit Jahren bevor. Der in Berlin ansässige Springer-Verlag plane, seinen Anteil an der Fernsehkette Pro-Sieben-Sat1 Media von derzeit 11,8 Prozent auf mehr als 50 Prozent aufzustocken, berichtet die "SZ". In den vergangenen Wochen habe Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner das Milliardengeschäft mit den gegenwärtigen Hauptaktionären der TV-Gruppe besprochen, die im Prinzip einverstanden seien.<BR><BR>Thema einer gestrigen Telefonkonferenz ist nach dpa-Informationen unter anderem die 80-Prozent-Klausel aus dem Übernahmevertrag für die Senderfamilie. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" müssten Saban und die Finanzinvestoren demnach rund 80 Prozent der Mehrerlöse an den ursprünglichen Verkäufer - den Insolvenzverwalter der zusammengebrochenen Kirch-Media - abführen, falls sie ihre Anteile vor Ablauf einer Frist von zwei Jahren veräußern.<BR><BR>Das Magazin hatte berichtet, der Pro-Sieben-Sat1-Verkauf könnte möglicherweise schneller vonstatten gehen, als bislang vermutet. In einem Schreiben, das seit Anfang April bei den ursprünglichen Verkäufern der Senderkette vorliege, biete Saban eine Einmalzahlung von 15 Millionen Euro an, um sich aus dem genannten Passus seines einstigen Übernahmevertrages herauszukaufen.<BR><BR>Es wird davon ausgegangen, dass Saban einem Ausstieg zustimmen würde, wenn der Preis stimmt, ein Zeitraum sei aber derzeit nicht einzuschätzen. Dafür spricht schon die Tatsache, dass es sich um einen Finanzinvestor handelt, der nach Renditeüberlegungen handelt. Weder bei Pro-Sieben-Sat1 noch bei Kirch-Media und von Seiten Sabans war dazu eine Stellungnahme zu erhalten. Ein Saban-Sprecher erklärte lediglich: "Herr Saban hält die Aktien für länger."<BR><BR>Der US-Milliardär hatte im August 2003 den Zuschlag für die Senderfamilie erhalten. Gemeinsam mit einer Investorengruppe übernahm er die Mehrheit an der Pro-Sieben-Sat1 Media AG. Erst vor kurzem schrieb er in einer E-Mail an die Beschäftigten der Senderfamilie, er sei gerne Aufsichtsratschef, und er schätze die Mitarbeiter. Er sei ein Langzeitinvestor und wolle noch viele Jahre weitermachen. <BR></P><P> </P>

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