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ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hält den milliardenschweren Schuldenberg der Senderkette für beherrschbar.

ProSiebenSat.1: „Schuldenberg ist beherrschbar“

München - ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hält den milliardenschweren Schuldenberg der Senderkette für beherrschbar. Die Aktionäre hingegen machen sich große Sorgen.

“Ja, unser Schuldenstand ist hoch“, räumte Ebeling am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München mit Blick auf die Netto-Finanzverschuldung von 3,4 Milliarden Euro zum Jahresende 2008 ein: “Das ist sicher kein Ruhekissen. Aber sie ist auch kein Anlass für schlaflose Nächte.“

Ende März habe das Unternehmen über 509 Millionen Euro an liquiden Mitteln verfügt. “Damit haben wir viel Spielraum“, sagte Ebeling. “Ich gehe davon aus, dass wir unsere Kreditverpflichtungen weiter erfüllen werden.“

Mittelfristig sollten die Schulden aus dem operativen Geschäft heraus schrittweise reduziert werden - “auch wenn 2009 und 2010 voraussichtlich keine Jahre sein werden, in denen wir das ohne außerordentliche Ereignisse leisten können“, sagte Ebeling.

Eine konkrete Prognose für 2009 gab er weiter nicht ab. “Es steht außer Frage, dass die Rahmenbedingungen für unser Geschäft noch nie so schwierig waren wie jetzt.“ Der Markt für TV-Werbung werde schrumpfen. Der Konzern wolle aber im schwierigen Umfeld Marktanteile gewinnen.

2008 war der Umsatz des Unternehmens um 6 Prozent auf 3,05 Milliarden Euro gesunken. Unter dem Strich hatte ProSiebenSat.1 einen Verlust von 129,1 Millionen Euro verbucht.

Die Milliarden-Schuldenlast bereitet den Aktionären hingegen große Sorgen. “Die Zukunft von ProSiebenSat.1 ist spannend, aber keineswegs sicher“, sagte Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz am Donnerstag auf der Hauptversammlung in München. Der Schuldenberg sei im vergangenen Jahr höher gewesen als der Umsatz. 

dpa

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