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ProSiebenSat.1-Verkauf soll Milliarden einbringen

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- München - Deutschlands größter Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 soll noch in diesem Jahr für eine Milliardensumme den Besitzer wechseln. Der Verkaufsprozess für die Sendergruppe mit den Fernsehkanälen ProSieben, Sat.1, N24 und Kabel eins gehe in die Schlussphase.

Das verlautete in Branchenkreisen. Das höchste Gebot soll der türkische Mischkonzern Dogan mit mehr als drei Milliarden Euro abgegeben haben. Mit dieser Summe würden die Besitzer - eine Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban - ihren Einstiegspreis aus dem Jahr 2003 fast versechsfachen. Eine Sprecherin des Fernsehkonzerns wollte sich am Montag nicht zum Verkaufsprozess äußern.

Vor rund zwei Wochen hatten die Interessenten mit der Prüfung der Bücher bei ProSiebenSat.1 begonnen. Die Frist für die Abgabe verbindlicher Angebote endet nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (FTD) am 12. Dezember. Neben dem Medienkonzern Dogan, an dem der Axel-Springer-Konzern beteiligt ist, sind nach Informationen aus Branchenkreisen weiterhin die beiden Konsortien aus den Finanzinvestoren Permira und KKR sowie Goldman Sachs und Apax im Rennen. Dogan ist in Deutschland bereits mit der türkischen Zeitung «Hürriyet» und Fernsehsendern aktiv.

Der Kauf durch Dogan könnte allerdings kartellrechtlich problematisch werden, da die Axel Springer AG erst kürzlich eine Beteiligung von 25 Prozent an dem Medienkonzern erworben hatte. Springer hatte im vergangenen Jahr selbst nach ProSiebenSat.1 gegriffen, war aber Anfang 2006 am Veto der Aufsichtsbehörden gescheitert. Spekulationen, Springer wolle über die Beteiligung an Dogan erneut bei ProSiebenSat.1 einsteigen, hatte der Konzern zurückgewiesen.

Nach Informationen des «Handelsblatts» hat Dogan mehr als drei Milliarden Euro für den Konzern geboten und damit das höchste Gebot abgegeben. Ein Kauf um jeden Preis kommt für Dogan aber nicht in Frage. «Ich schließe nicht aus, dass andere einen höheren Preis bieten können und wir dann nicht mitziehen würden», sagte Verwaltungsratchef Aydin Dogan der FTD. Der Konzern arbeite aber bereits an der Finanzierung des Geschäfts. «Wir reden mit einigen Banken über die Finanzierungsmodalitäten. Die Kreditgespräche sind weit fortgeschritten.»

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