Prost Neujahr: Wie die große Party nicht zum teueren Vergnügen wird

- Das Jahresende wird traditionell mit viel Lärm und ausgelassenen Feiern beendet. Damit die Knallerei mit Raketen und Böllern nicht zu einem teuren Vergnügen wird, sollte man bei aller Partystimmung einiges beachten, damit Mensch und Auto die Jahreswende unbeschadet überstehen.

Abstand zum Knaller

Die meisten Unfälle an Silvester entstehen durch unsachgemäße Handhabung der Feuerwerkskörper. Oft sind die Hobby-Feuerwerker dazu noch ausgelassen und alkoholisiert. Sicherheit geht aber auch bei Festagslaune vor. Grundlegende Sicherheitsregeln, die sich auch auf den Verpackungen der Knaller finden, müssen unbedingt eingehalten werden. Dazu gehört selbstverständlich, dass auf niemanden gezielt wird, der nötige Sicherheitsabstand gewahrt wird und Raketen und Knaller nur im Freien gezündet werden. Darüber hinaus sollen nur handelsübliche und intakte Feuerwerkskörper in die Luft gejagt werden.

Schutz fürs Auto

Das Auto steht am sichersten in der abgeschlossenen Garage. Wer keine hat, soll den Wagen möglichst im Hof, in einer Seitenstraße oder einem abgelegenen Parkplatz abstellen, rät der Automobilclub von Deutschland (AvD). Jedenfalls soll der Wagen nicht gerade da stehen, wo viel mit Böllern hantiert wird. Wird das Fahrzeug durch Knaller beschädigt, dann haftet der Verursacher. Doch dürfte dieser selten ausfindig gemacht werden. "Wenn der Täter nachts unerkannt entkommen ist, hilft nur die eigene Teilkaskoversicherung, um den Brand- oder Explosionsschaden bezahlt zu bekommen", sagt Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs. Der Schadensfreiheitsrabatt steige dadurch nicht. In jedem Fall muss der Schaden aber der Polizei angezeigt werden, bevor die Versicherung eingeschaltet wird. Der AvD empfiehlt, Windabweiser an Schiebedächern oder Seitenfenstern zu demontieren oder mit Klebeband zu verschließen, damit sich darunter kein Knallkörper fangen kann. Fahrten zwischen halb zwölf und ein Uhr nachts sollte man nur machen, wenn es unvermeidbar ist: Dabei langsam fahren, Fenster geschlossen halten und Feiernden ausweichen, notfalls lieber anhalten und wenden.

Mitschuld bei Alkohol

Wer feiert und dabei Alkoholisches trinkt, soll tunlichst den Wagen stehen lassen. Auch wer unter 0,5 Promille im Blut hat, muss sich im Falle eines Unfalls zumindest eine Mitschuld anrechnen lassen. Vorher absprechen wer fährt, Taxi bestellen oder öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Aber auch, wer sich nicht ans Steuer setzt und ordentlich dem Alkohol zuspricht, riskiert, seinen Führerschein. Etwa wegen Verkehrsgefährdung, wenn er vorbeifahrende Wagen mit Feuerwerksraketen unter Beschuss nimmt.

Haftung bei Unglück

Für einen Schaden haftet grundsätzlich der Verursacher. "Knallkörper-Missbrauch ist kein Kavaliersdelikt", betont der AvD. Immer wieder kommt es zu irreperablen Schäden an Augen und Gehör, für die im Zweifelsfall der Feuerwerker sein Leben lang zahlen muss. Ist der Knallkörper schadhaft und passiert deswegen ein Unglück, haftet der Hersteller oder Importeur. Allerdings muss der Feuerwerker nachweisen, dass er sich genau nach der Anleitung verhalten hat. Und hier ist die Beweislage äußerst problematisch.

Obacht mit Kindern

Besondere Aufsicht brauchen Kinder. Es reicht nicht aus, einen Achtjährigen zu ermahnen, die Finger von den Raketen zu lassen, wenn er dann unbeaufsichtigt doch Zugang zu dem gefährlichen Erwachsenenspielzeug hat. Allein das Verbot, befreit die Eltern nicht von ihrer Aufsichtspflicht. "Eltern müssten wissen, dass Kinder aus Spieleifer Verbote verdrängten und nicht dauernd an ihre Ermahnungen dächten", urteilte das Oberlandesgericht Schleswig.

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