Protest gegen Bayerns Werbe-Film

- München - Der Streit um Bayerns neuen Werbe-Film setzt sich fort. Weil sie bei der Ausschreibung des 300 000Euro-Projekts Unregelmäßigkeiten fürchten, wollen unterlegene Firmen Rechtsmittel einlegen. Das bestätigten mehrere Unternehmen gegenüber unserer Zeitung.

<P>Bayern lässt bis Mitte Mai einen 20-Minuten-Film produzieren, der den Standort bewerben soll. 44 Unternehmen wollten den Streifen drehen. Den Zuschlag bekam die Firma mbw. Sie ist im Wesentlichen ein Tochterunternehmen der bayerischen Wirtschaftsverbände.<BR><BR>Die unterlegenen Bewerber sehen sich benachteiligt. Die Jury schwenkte offenbar erst spät zugunsten der mbw um. Zunächst hatte sie eine andere Filmproduktion bevorzugt. "Um Lichtjahre besser" und etwas günstiger sei das Angebot von "Bilderrausch" (München) gewesen, erfuhr unsere Zeitung aus dem Gremium. Korrigiert wurde die Entscheidung demnach wegen unklarer Bildrechte. Die mbw rückte auf Platz eins nach. Das Management von "Bilderrausch" weist das zurück. Man sei nie auf die Rechte angesprochen worden: "So wie wir das sehen, sind da Dinge schief gelaufen." Bayern habe nun "eine Bringschuld".<BR><BR>Auch der TV-Moderator Heinz Klaus Mertes, der mit seinem Angebot unter den ersten Fünf gelandet war, kündigt seinen Einspruch gegen die Vergabe an. "Man muss auch verlieren können", sagt er, aber in diesem Fall habe er "tiefe Zweifel", ob es beim Film-Vorlauf rechtmäßig zuging. Womöglich ist es für einen Einspruch formal aber zu spät.<BR><BR>Mertes ist zudem sauer, dass sich die mbw bewarb: Da verdränge eine "kommerzialisierte Tochter von Verbänden mit Zwangsmitgliedschaft kleine und mittlere Unternehmen".<BR><BR>Die Film-Vergabe hat bereits ein politisches Nachspiel. Grüne und SPD im Landtag haben ausführliche schriftliche Anfragen gestellt. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums betont hingegen, alles sei völlig korrekt abgelaufen. Die mbw habe das insgesamt beste Angebot abgeliefert.</P>

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