Proteste halfen: Telekom bringt DSL jetzt auch nach Irschenberg

- Miesbach ­ - Nach langem Hin und Her hat die Deutsche Telekom auf den von Bürgermeister Hans Schönauer erzeugten Druck reagiert: Die Gemeinde Irschenberg (Kreis Miesbach) soll jetzt ans DSL-Netz angeschlossen werden.

Zwar geht es vorerst lediglich um ein Gewerbegebiet im Ortsteil Salzhub. Dass hier der Zugang zur Datenautobahn gelegt wird, hatte die Telekom bereits zugesichert. Doch wenn sich mindestens 120 DSL-Interessierte finden, sieht die Telekom nun auch Möglichkeiten, den Ortskern von Irschenberg und weitere Ortsteile ans schnelle Internet anzubinden.

Das nötige Glasfaserkabel könnte vom Kabelverzweiger im Gewerbegebiet aus in den Ort hineinverlegt werden. "Ich bin überzeugt, dass die politische Unterstützung und die ausführliche Berichterstattung unserer Heimatzeitung entscheidend zu dem Erfolg beigetragen haben", lobt Schönauer, die entsprechenden Berichte unserer Zeitung. Der Bürgermeister hatte sich auch mit einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Erwin Huber gewandt und öffentlich erwogen, die Zahlungen seiner Gemeinde an Land und Bund wegen mangelnder DSL-Anbindung zu kürzen oder einzustellen.

So gut wie Irschenberg geht es bei weitem nicht allen Kommunen in Bayern. Nach wie vor gibt es zahlreiche weiße Flecken auf der DSL-Landkarte. In mehreren Teilen der weitverzweigten Gemeinde Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) hat man sich bereits einer anderen Technik zugewandt: Via Funkverbindung, auch W-Lan genannt, holt man sich DSL ins Haus.

Marc Huber von der Firma IT-Networks, die das System vertreibt, erklärt: "Wir haben uns in Maisach, wo DSL von der Telekom verfügbar ist, vier Anschlüsse zugelegt. Über verschiedene Verteilerpunkte schicken wir das DSL-Signal per Funk dorthin, wo kein DSL verfügbar ist." Im Gegensatz zuKupferleitungen, deren Über\-\-\-tragungsleistung nach fünf Kilometern schlappmacht, funktioniert diese Technik bis zu zwölf Kilometer weit.

Walter Biller (41), Elektromeister aus Überacker, einem Ortsteil, der bislang zur DSL-Wüste gehörte, ist mit dem neuen System zufrieden. "Die Antenne, die man auf dem Dach montieren muss, ist nur zehn mal zehn Zentimeter groß. Von dort aus habe ich das Signal ins Steckdosennetz eingespeist."

Auch Herbert Plaschke (57), Informatiker aus dem Ortsteil Gernlinden, nutzt die Technik: "Wenn man keine andere Chance hat an DSL zu kommen, ist dieses System durchaus weiterzuempfehlen. Die Übertragungsleistung ist mit DSL 1000 vergleichbar, meist sogar besser. Das hängt davon ab, wie viele der rund 40 Nutzer gerade online sind." Er hat sich einen Verteilermast auf sein Dach montieren lassen. Als "Miete" muss er für seine Funk-Flat-rate nichts bezahlen.

Für private Nutzer kostet ein Anschluss für 100 Stunden Internet 24 Euro im Monat. Die Flatrate ­ also unbegrenzte Surfdauer ­ kostet 50 Euro. Dazu kommt eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 99 Euro für Hausantenne, Blitz-Schutz-Adapter, Kabel und den Verteilermasten in Reichweite. Ab zwanzig Interessenten wird die Firma IT-Network aktiv.

Die Strahlenbelastung, der Technik ist weit geringer als die durch Mobiltelefone. Die Antennen müssen auf dem Dach montiert werden, weil die Leistung bereits hinter einer Mauer für den Empfang nicht mehr ausreicht, sagt Marc Huber.

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