Proteste bei Siemens VDO geplant

- Würzburg - Die Gewerkschaft IG Metall will ihren Kampf um den Erhalt von 1600 Arbeitsplätzen beim Automobilzulieferer Siemens VDO in Würzburg verstärken. Am diesem Freitag (15.4.) wollen Beschäftigte als Zeichen des Protests gegen die Verlagerungspläne eine Menschenkette um das betroffene Werk bilden. Wie die IG Metall am Dienstag mitteilte, sind auch andere Betriebe und die Bevölkerung aufgerufen, sich der Aktion anzuschließen. Siemens will Teile der Fertigung nach Tschechien verlagern.

<P>"Auf keiner Ebene des Siemens-Managements ist man von dem Verlagerungskonzept auch nur einen Millimeter abgerückt", sagte IGMetall-Sprecher Werner Flierl. Eine Teil- oder Komplettverlagerung stehe weiterhin im Raum, obwohl das Würzburger Werk hochprofitabel arbeite. "Nach wie vor wird das gesamte Erpressungspotenzial an die Belegschaft aufrecht erhalten", meinte Flierl. Demnach drohe das Unternehmen mit der Verlagerung von bis zu 1250 Arbeitsplätzen, sollten die Mitarbeiter nicht zu erheblichen Zugeständnissen wie der Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich und der Streichung von Sonderzulagen bereit sein. In Würzburg werden elektrische und elektronische Antriebs- und Informationssysteme für die Automobilhersteller entwickelt und gefertigt.<BR><BR>Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hatte vergangene Woche erklärt, möglichst viele der 1600 Arbeitsplätze am Standort Würzburg erhalten zu wollen. Allerdings müsse die Kostensituation nachhaltig verbessert werden. Kleinfeld bestätigte, dass im tschechischen Ostrava ein "Tandemstandort" für Würzburg gebaut werde, wohin ein Teil der Produktion verlagert werden soll.<BR><BR>Für die Verhandlungen mit der Unternehmensleitung haben die Arbeitnehmervertreter unterdessen eine eigene Tarifkommission gebildet. Sie will unter anderem eine Beschäftigungs- und Standortsicherung fordern. Außerdem plant die Gewerkschaft voraussichtlich noch in diesem Monat einen "Siemens-VDO-Aktionstag" an allen 14 großen Standorten des Automobilzulieferers mit insgesamt rund 20 000 Beschäftigten. Jedes Werk solle zeitgleich eine eigene Aktion starten, hieß es.</P>

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