11 Prozent mehr für Bosse, 1,3 Prozent für Mitarbeiter

- München - Deutschlands Bosse können sich über teils sagenhafte Gehaltssprünge freuen. Die Vorstände der im Aktienindex Dax notierten Unternehmen bekamen im vergangenen Jahr im Schnitt elf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Löhne und Gehälter in Deutschland stiegen nur um 1,3 Prozent. Ganz vorn dabei ist die Commerzbank, deren Vorstände im vergangenen - wirtschaftlich gut verlaufenen - Jahr 175 Prozent mehr verdienten als 2004, ergab eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Am meisten von allen Dax-Unternehmen verdienten laut Studie die Manager bei der Deutschen Bank, wo ein einfaches Vorstandsmitglied 3,83 Millionen Euro einstrich (plus 26 Prozent). Auf Rang zwei folgt der Software-Hersteller SAP (3,18 Millionen) vor Daimler-Chrysler (knapp 3 Millionen Euro).

Mit einem Plus von 58 Prozent liegt SAP nach der Commerzbank an zweiter Stelle der Zuwachsliste. Diesem satten Gehaltsplus stand ein "eher bescheidener" Anstieg des Ergebnisses je Aktie von 14,45 Prozent gegenüber, wie die DSW-Vergütungsexpertin Christiane Hölz vorrechnete. Es gab aber auch Verlierer unter den Topmanagern: So zahlte der Handelsriese Metro seiner Führungscrew 2005 fast 23 Prozent weniger als 2004. Das Ergebnis je Aktie sank im gleichen Zeitraum sogar um 35,6 Prozent.

Gleich dahinter folgen die Infineon-Vorstände mit einem Minus von 22,3 Prozent, allerdings wies der Konzern als einziges Dax-Unternehmen für das Geschäftsjahr 2005 einen Verlust aus. Berücksichtigt wurden bei der Untersuchung laut DSW fixe und variable Gehälter, aber keine Aktienoptionen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu schaffen. Die deutschen Topmanager liegen laut Studie im europaweiten Vergleich im oberen Viertel.

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