Der Prozess: Deutsche Bank ist vorbereitet

- Frankfurt - Schenkt man Gerüchten Glauben, dann könnte es in den nächsten Monaten einige Übernahmen oder Fusionen in der deutschen Bankenlandschaft geben. Grund genug also für die Top-Manager, sich den einen oder anderen Termin für Gespräche freizuhalten. Für Josef Ackermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, ist diese Herausforderung noch größer als für seine Kollegen; denn von morgen an muss der Manager an zwei Tagen pro Woche die Deutsche Bank mit der Anklagebank in einem Gerichtssaal in Düsseldorf tauschen.

<P>Das Geldinstitut hat jedoch Vorsorge getroffen. In den Räumen der Deutschen Bank in Düsseldorf, einst ein weiterer Hauptsitz, sind bereits Arbeitsmöglichkeiten für Ackermann vorhanden. Wichtige Sitzungen will er auf Grund des Mannesmann-Prozesses nicht versäumen, allein bei repräsentativen Verpflichtungen seien einige Abstriche denkbar, heißt es. Mehrfach betonte Ackermann, er habe Vertrauen in das deutsche Rechtssystem. "Wir erwarten einen Freispruch", sagt ein Sprecher der Deutschen Bank.</P><P>Soweit müsste es nicht einmal kommen. "Ich rechne damit, dass das Verfahren eingestellt wird", sagt Thomas Mahlich, Leiter der deutschen Prozessabteilung bei der renommierten US-Anwaltskanzlei Jones Day, die an dem Prozess nicht beteiligt ist. Eine solche Regelung wäre bei geringer Schuld oder geringem öffentlichen Interesse an einer Strafverfolgung denkbar. Im Gegenzug könnten Ackermann und seine Mitangeklagten zum Beispiel zu Geldbeträgen an eine gemeinnützige Einrichtung verpflichtet werden.<BR>Der Banker wird beschuldigt, im Jahr 2000 als Mannesmann-Aufsichtsrat umstrittene Prämien und Abfindungen an Manager durchgewunken zu haben. </P><P>Im schlimmsten Fall, einer Verurteilung, wäre Ackermann vorbestraft. Ob er dann noch an der Spitze der größten deutschen Bank stehen könnte, ist zweifelhaft. </P>

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