Prozess gegen Ex-Thyssen-Manager

- Augsburg - Zum Auftakt des Revisionsprozesses gegen die beiden Ex-Thyssen-Manager Winfried Haastert (64) und Jürgen Maßmann (62) haben deren Verteidiger am Montag die Einstellung des Verfahrens gefordert. Die Anwälte begründeten dies vor dem Augsburger Landgericht mit einer nach ihrer Ansicht unzumutbaren Überlänge des Verfahrens von jetzt mehr als zehn Jahren.

In einem zweiten Antrag verlangten die Verteidiger, die Aktenunterlagen des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Aufhebung des Urteils gegen Max Strauß in das Verfahren gegen die Ex-Thyssen-Manager einzubeziehen

Die Staatsanwaltschaft forderte das Gericht auf, den Antrag auf Einstellung abzuweisen. Die beiden Angeklagten hätten sich die Länge des Verfahrens durch ihr Schweigen auch selber zuzuschreiben, erklärte der Vertreter der Anklage. Die Zweifel an der Kronzeugenrolle des früheren Rüstungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls durch den Verteidiger von Haastert wies der Staatsanwalt entschieden zurück. Pfahls ist für den 9. November als Zeuge geladen.

Die beiden früheren Thyssen-Manager waren im Juli 2002 wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen von dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber für ein Panzergeschäft mit Saudi-Arabien wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und vier Monaten beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte die Urteile teilweise aufgehoben, so dass der Fall nun im Revisionsverfahren noch einmal aufgerollt werden muss.

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