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Das Leipziger Unternehmen Unister war zu einem großen Online-Vermittler von Flügen und Reisen aufgestiegen. Foto: Jan Woitas

18 Verhandlungstage angesetzt

Prozess gegen Unister-Manager beginnt im Januar 2017

Betrug, Flugzeugabsturz, Insolvenz - die Unister-Geschichte gleicht einem Krimi. Schon lange liefen zudem Ermittlungen gegen Manager des Leipziger Internet-Unternehmens. 2017 beginnt der Prozess.

Leipzig (dpa) - Drei frühere Manager des Internet-Unternehmens Unister stehen Anfang nächsten Jahres vor dem Landgericht Leipzig.

Am 11. Januar beginnt ein Prozess, in dem es unter anderem um Steuerhinterziehung und Computerbetrug geht. Die Wirtschaftsstrafkammer habe bis Juni 18 Verhandlungstage angesetzt, sagte ein Landgerichtssprecher am Mittwoch in Leipzig. Zuvor hatte der Rechercheverbund von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR darüber berichtet.

Das Leipziger Unternehmen Unister, das mit Portalen wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de zu einem großen Online-Vermittler von Flügen und Reisen aufgestiegen war, hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Ursprünglich hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden auch gegen den Gründer und langjährigen Chef von Unister, Thomas Wagner, ermittelt. Der 38-Jährige war jedoch im Sommer bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Er befand sich auf der Rückreise aus Venedig, wo er einen Kredit für sein klammes Unternehmen auftreiben wollte, aber auf einen Betrug hereinfiel. Der Unister-Konzern meldete unmittelbar danach Insolvenz an.

Die Ermittler werfen den Unister-Managern vor, Kunden in mehr als 87 000 Fällen durch das sogenannte Runterbuchen betrogen zu haben. Den Ticketkäufern seien Preisvorteile vorenthalten worden. "Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden der Kunden von mehr als 7,6 Millionen Euro aus", teilte das Landgericht mit. In einem zweiten Komplex des Prozesses geht es um Steuerhinterziehung.

Ein Teil der Anschuldigungen stammt aus einer ersten Anklage, die das Landgericht schon im Frühjahr zugelassen, dabei aber auch Vorwürfe zurückgewiesen hatte. Jetzt werden beide Anklagen in einem Prozess verbunden. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ist nach Angaben eines Sprechers unterdessen weiter mit den Ermittlungen zu dem dubiosen Kreditdeal in Venedig befasst, nach dem Wagner im Sommer ums Leben kam.

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