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"Prügel für die Maus": Banknoten-Drucker liegen im Streit

- München/Brüssel - Der Streit zwischen privaten und staatlichen Gelddruckern eskaliert. Die Unternehmer klagen, Staatsbetriebe würden, gestützt durch Subventionen, im Ausland Aufträge billiger anbieten. Die Firmen haben nach Informationen unserer Zeitung Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Wettbewerbs-Kommissar Mario Monti muss die Vorwürfe jetzt prüfen, wurde in EU-Kreisen bestätigt.

<P>Der Ärger schwelt schon länger. Die Tropfen, die das Fass zum Überlaufen brachten, waren dem Vernehmen nach Aufträge in Fernost. Der zwei Jahre junge Branchenverband der fünf mächtigsten Privat-Drucker Europas ("EUPBA") hat jetzt die Kommission eingeschaltet. In dem Verband sind aus Deutschland die privatisierte Bundesdruckerei sowie Giesecke & Devrient organisiert. Oberster Verbands-Grundsatz: "Banknotendruck darf nicht nur von Staatsbetrieben durchgeführt werden." Dafür wird gekämpft.<BR><BR>Im Mittelpunkt der Beschwerde steht die Österreichische Nationalbank - nur einer der Staatsbetriebe. "Wir sind die Auserwählten", staunt ein Sprecher der Bank. Man sei "davon relativ überrascht" gewesen. Die Aufregung will man in Wien nicht verstehen. Es gebe definitiv keine unerlaubten Subventionen für die Druckerei, die als "GesmbH" und 100-prozentige Tochter geführt wird. Auf den umkämpften Drittmärkten hätten die Privaten ohnehin schon 90 % Marktanteil - da werde nun wohl "die Maus geprügelt".<BR><BR>Ob kleine Mäuse oder fette Kater - alle in der Branche haben im Grunde das gleiche Problem: Sie sind dicker als nötig. Seit die großen Euro-Aufträge abgearbeitet sind, hat der Markt in Europa eine drei- bis vierfache Überkapazität, heißt es. Die privaten Drucker ätzen, die Staatsbetriebe seien sogar nur zu 10 bis 20 % ausgelastet: "Die drängen jetzt auf die internationalen Märkte und drücken die Preise." Das sei wettbewerbsverzerrend, klagen Manager der Gegenseite: "Die verschaffen sich aus Steuermitteln einen Vorteil."<BR><BR>Auch der Münchner Familienkonzern Giesecke & Devrient, größter Banknotendrucker des Kontinents, bestätigt die EU-Beschwerde des Verbands und wirkt nicht unglücklich darüber. 80 % des Umsatzes werden im Ausland gemacht. Erst kürzlich baute G&D eine eigene Druckerei in Malaysia.</P><P> </P>

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