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Puerto Ricos Flagge weht neben der US-Flagge an der Altstadt-Promenade von San Juan, Puerto Rico, USA. Foto: Hannes Breustedt

Puerto Rico sucht Zahlungsaufschub

Nicht nur Griechenland, auch der Karibikstaat Puerto Rico ächzt unter einer erdrückend hohen Schuldenlast. Die Regierung der zum US-Territorium gehörenden Insel will Zugeständnisse von ihren Gläubigern. Die Ratingagentur S&P stufte die Bonitätsnote herab.

San Juan (dpa) - Das von der Pleite bedrohte Puerto Rico will einen Zahlungsaufschub erreichen.

Gouverneur Alejandro García Padilla kündigte am Montagabend (Ortszeit) in einer Ansprache die Bildung einer Arbeitsgruppe aus Politikern und Ökonomen an, die mit den Gläubigern ein Umschuldungsabkommen aushandeln solle.

"Ziel ist ein Moratorium, um die Begleichung der Schulden einige Jahre zurückzustellen", sagte García Padilla. Andernfalls drohe ein Zahlungsausfall. Das Geld solle stattdessen in die Entwicklung der Karibikinsel investiert werden. "Wir stehen vor einem immensen Problem", räumte er ein.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) reagierte am Dienstag mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Puerto Ricos. Wegen der gestiegenen Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls senkte S&P die Bonitätsnote um eine Stufe von "CCC+" auf "CCC-" weiter in den sogenannten Ramschbereich, der hochriskante Anlagen kennzeichnen soll. Der Ausblick für das Rating ist negativ.

Puerto Rico hat einen Schuldenberg von rund 72 Milliarden Dollar (65 Mrd Euro) angehäuft - das entspricht fast 70 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die Insel gehört zum Territorium der USA, ist aber kein Bundesstaat, sondern ein sogenanntes Außengebiet. Die etwa 3,5 Millionen Puerto Ricaner sind US-Staatsbürger, haben aber nur eingeschränkte Rechte, beispielsweise bei Wahlen.

Ansprache García Padillas in der Zeitung "El Nuevo Día"

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