Puma kuschelt mit Franzosen

- München -­ Der französische Luxuskonzern PPR greift nach dem fränkischen Sportartikelhersteller Puma. PPR hat am Dienstag ein Viertel der deutschen Traditionsfirma übernommen und zugleich angekündigt, bis zum Juli die restlichen Anteile kaufen zu wollen. Der Puma-Vorstand begrüßte den Einstieg ebenso wie die Anleger: Der Kurs der Raubkatzen-Aktie schoss zeitweise um zehn Prozent nach oben.

Das anstehende Ende der Eigenständigkeit von Puma, über das in den vergangenen Tagen bereits heftig spekuliert wurde, gab das Unternehmen am frühen Dienstagmorgen selber bekannt. In einer Mitteilung hieß es, dass Pinault-Printemps-Redoute (PPR) über eine Tochterfirma gut 25 Prozent der Puma-Anteile von der Beteiligungsgesellschaft Mayfair übernommen hat. Die hinter Mayfair stehenden Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz verdienten durch den Verkauf ihres vor zwei Jahren erworbenen Aktien-Pakets geschätzte 500 Millionen Euro.

Doch der PPR-Konzern, zu dem Modemarken wie Gucci und Yves Saint Laurent gehören (siehe Kasten), will sich mit einem Viertel von Puma nicht zufrieden geben: Man wolle das deutsche Unternehmen komplett übernehmen, sagte Vorstandschef François-Henri Pinault in Paris. Den Puma-Aktionären werde deshalb ein Angebot von 330 Euro je Anteilsschein unterbreitet. Mit Einwänden von Wettbewerbshütern, die den Handel durchwinken müssen, rechnet Pinault nicht: Spätestens Anfang Juli werde das Angebot geschlossen, sagte er.

Der französische Manager sprach von einer einzigartigen strategischen und finanziellen Chance für Puma. PPR wolle die Deutschen insbesondere durch den Aufbau moderner Geschäfte unterstützen, die nur Puma-Artikel führen, erklärte Pinault. Darüber hinaus werde die Integration weitere Synergien mit sich bringen. Stellenstreichungen und Veränderungen im Puma-Management werde es nicht geben. Außerdem garantierte der PPR-Chef den Fortbestand von Puma als eigenständige Firma.

Der langjährige Puma-Chef Jochen Zeitz begrüßte den Einstieg der Franzosen. "Der Vorstand ist davon überzeugt, dass PPR der ideale Partner für Puma ist", sagte Zeitz. Damit erhalte sein Unternehmen die Unterstützung eines finanzstarken und führenden internationalen Konzerns. Gleichzeitig profitiere man von der Erfahrung auf dem Handelssektor. Puma und PPR hatten bereits in der Vergangenheit kooperiert, als der PPR-Designer Alexander McQueen Turnschuhe für die Franken gestaltete.

Unklar ist, ob PPR seine Offerte an die Aktionäre nachbessern wird. Nach Bekanntgabe der anvisierten Übernahme stieg der Kurs der Puma-Aktie auf über 340 Euro und damit deutlich über die 330 Euro, die PPR bietet. Zwar schloss Pinault eine Erhöhung aus: "Das Angebot steht fest und ist endgültig." Beobachter schließen aber nicht aus, dass die Franzosen nachbessern müssen, um Puma zu kaufen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich PPR mit 30 Prozent zufrieden gibt", sagte ein Branchenkenner unserer Zeitung.

Pinault zeigte sich gelassen, falls die vollständige Übernahme scheitern sollte. "Wir haben eine Kontrollmehrheit und fühlen uns damit sehr wohl", sagte er. Beobachter schließen allerdings nicht aus, dass es dann zu Gegenofferten, etwa von Nike, kommt. Dem US-Unternehmen wird seit langem Appetit auf Puma nachgesagt.

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