Puma setzt zum Sprung an

- Nürnberg - Nach der erfolgreichen Profilierung seiner Marke und Rekordgewinnen will der Sportartikel-Hersteller Puma vom nächstem Jahr an mit einer Expansionsoffensive seine Umsätze kräftig steigern. Die am Mittwoch von Vorstandschef Jochen Zeitz vorgestellte FünfJahres-Strategie sieht unter anderem Investitionen in neue Produkte, Firmenzukäufe und eine stärkere Präsenz auf den amerikanischen und asiatischen Märkten vor. Der Puma-Chef erhofft sich davon eine Steigerung des "Unternehmenspotenzials" von derzeit 2 Milliarden auf rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr.

"Die hohe Marktakzeptanz und Marktbekanntheit ermöglicht es uns, nunmehr zum nächsten großen Sprung anzusetzen, um die Begehrtheit der Marke beim Verbraucher noch stärker zu forcieren", erläuterte Zeitz bei der Vorstellung der neuen Ausrichtung, der so genannten "Phase IV". Die neue Strategie sehe unter anderem ein Engagement im Golfund Motorrad-Rennsport vor, kündigte der Puma-Chef an. Insgesamt seien fünf neuen Produktkategorien geplant. Zu den weiteren drei neuen Kategorien wollte er sich allerdings noch nicht äußern.

Zeitz kündigte zugleich den Kauf anderer Sportartikel-Hersteller und Sportlifestyle-Unternehmen an, die in das Puma-Programm passten. Allerdings würden solche "Nicht-Puma-Marken" in den kommenden fünf Jahren nicht mehr als 10 Prozent zu den Puma-Gesamtumsätzen beitragen, unterstrich er. Auch werde Puma bei Firmen-Akquisitionen strenge Investitionskriterien anlegen. "Wir wollen keine Übernahmen um der Übernahmen willen oder wegen des größeren Umsatzes", sagte Zeitz. Auch sei mit Aufkäufen erst gegen Ende des Fünf-JahresZeitraums zu rechnen.

Anleger reagierten dennoch irritiert auf die Expansions-Pläne von Zeitz, der bislang eher als expansionskritisch galt. Der Puma-Kurs war nach der Veröffentlichung der guten Quartals- und Halbjahreszahlen zunächst steil nach oben geschnellt, um nach Bekanntwerden der Pläne von 238 Euro auf 206 Euro abzustürzen. Anschließend erholte sich der Kurs wieder und lag am frühen Nachmittag bei rund 214 Euro, was einem Kursverlust im Vergleich zum Vortag von rund 5 Prozent bedeutete.

Im ersten Halbjahr hat das Unternehmen nach Zeitz Angaben seinen Konzerngewinn um 18 Millionen auf 150 Millionen Euro steigern können. Der operative Gewinn kletterte von 191 Millionen auf 213 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz - konsolidierte Umsätze und Lizenzerlöse nahm im gleichen Zeitraum um 15,2 Prozent auf 1,168 Milliarden Euro zu. Für das laufende Jahr korrigierte das Management zugleich seine Wachstumsprognose nach oben. Man erwarte nun ein Umsatzplus von knapp zehn Prozent und das fünfte Jahr in Folge ein Rekordergebnis.

Die Investitionskosten für den geplanten Expansionskurs schätzte Zeitz auf rund 500 Millionen Euro. Für die im Rahmen der Neuausrichtung geplante Erhöhung der Dividende und ein Aktienrückkaufprogramm seien zusätzliche 500 Millionen Euro eingeplant. Puma-Aktionäre hatten sich in den vergangenen Jahren wiederholt über die ihrer Ansicht nach zu geringe Dividende beklagt.

Teil der Expansion seien auch die am Mittwoch bekannt gegebenen Pläne für Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) mit asiatischen Firmen. So plant der viertgrößte Sportartikel-Hersteller der Welt unter anderem Joint Ventures mit dem japanischen Unternehmen Hit Union, dem bisherigen taiwanesischen Lizenznehmer Starlike und dem Unternehmen Swire Pacific für die Märkte in Hongkong und China. Zugleich kündigte Puma die Gründung einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft in Indien und in Dubai an. Zeitz rechnet als Folge der weltweiten Expansion in den kommenden Jahren mit erheblichen regionalen Umsatz-Verschiebungen.

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