Puma will Europäische Aktiengesellschaft werden

Herzogenaurach - Der Sportartikelhersteller Puma AG will seine Rechtsform in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) wandeln. Dafür muss der Konzern personell umstrukturiert werden.

Für den Vorsitz des Verwaltungsrats, der die bisherige Struktur aus Vorstand und Aufsichtsrat ersetzen soll, ist der bisherige Puma- Vorstandschef Jochen Zeitz vorgesehen. Wie das Unternehmen am Montag im fränkischen Herzogenaurach mitteilte, soll die Umwandlung auf der Hauptversammlung im April 2011 beschlossen werden.

Im Zuge der Umstellung soll Zeitz auch Leiter des neuen Unternehmensbereichs Sport und Lifestyle bei der Konzernmutter Pinault-Printemps-Redoute (PPR) werden. “Ich habe die Absicht, rund um Puma ein Portfolio von Marken aufzubauen, die Puma ergänzen“, sagte der Vorstandschef des französischen Luxusgüterkonzerns, François-Henri Pinault. Auch Puma selbst könnte durch weitere kleinere oder mittlere Zukäufe ergänzt werden. PPR will sich auf diese Weise ein zweites strategisches Standbein errichten.

Der Umsatz dieser zweiten Säule könnte den des gewinnträchtigen Luxusbereichs um die Marke Gucci künftig übertreffen. In welchem Zeitraum dies geschehen soll, sagte Pinault ebenso wenig wie Namen von potenziellen Übernahmekandidaten. PPR hält derzeit 71,6 Prozent der Anteile an Puma. Weitere Aktienkäufe seien denkbar, eine Komplettübernahme des im M-Dax gelisten Unternehmens aber nicht geplant, betonte Pinault. Die Umwandlung in eine SE (“Societas Europaea“) begründete er mit der flexibleren Managementform und dem Ansehen als moderne Unternehmensform auf den Finanzmärkten.

Für Puma wird nun “ohne Zeitdruck“ ein neuer Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) gesucht - das operative Geschäft verantworten in einer SE geschäftsführende Direktoren. Bis dieser gefunden ist, wird Zeitz seine bisherige Funktion beibehalten und erst anschließend seine neue Leitungsaufgabe bei PPR übernehmen. Dort wird er weiterhin für die Strategie von Puma als Kernmarke des neuen Unternehmensbereichs zuständig sein; darüber hinaus wird er sich um das Thema Nachhaltigkeit kümmern.

dpa

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