EZB pumpt 75 Milliarden Euro in Geldmarkt

Frankfurt/Main - Angesichts der Turbulenzen an den globalen Geldmärkten hat die Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch erneut massiv eingegriffen und den Banken 75 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Es war das zweite zusätzliche langfristige Refinanzierungsgeschäft in der Geschichte der Zentralbank.

Das Geschäft hat eine Laufzeit von drei Monaten, der durchschnittliche Zinssatz beträgt 4,52 Prozent, wie die EZB weiter mitteilte. Die EZB hatte dieses Zusatzgeschäft zur Liquiditätsversorgung schon nach ihrer Zinsentscheidung am 6. September angekündigt.

Bereits am 22. August hatte die EZB mit einem derartigen Geschäft den Banken über einen längeren Zeitraum Geld zur Verfügung gestellt. Damals war es um 40 Milliarden Euro gegangen. Am Vortag hatte die EZB zudem in einem regulären Hauptrefinanzierungsgeschäft 269 Milliarden Euro für eine Woche zugeteilt. Dies waren 13 Milliarden Euro mehr als das gleichzeitig ausgelaufene Geschäft aus der Vorwoche. Zudem hatte die EZB am Dienstag auch überschüssige, kurzfristige Liquidität aus dem Markt genommen, indem sie von den Banken 60 Milliarden Euro für einen Tag zu einem Zinssatz von 4,0 Prozent annahm.

Die Turbulenzen waren durch die Krise auf dem US-Hypothekenmarkt ausgelöst worden. Infolge der Unsicherheit über die Auswirkungen war der Geldhandel zwischen den Banken daraufhin stark zurückgegangen, da sich die Institute gegenseitig misstrauten. Dort, wo noch Geld verliehen wurde, wurden deutlich höhere Zinsen verlangt. Die EZB kann mit ihren Geschäften die Geldmenge und die Zinssätze beeinflussen. Den Leitzins hatte die EZB in der Vorwoche unverändert bei 4,0 Prozent belassen.

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