Putin wirbt bei deutscher Wirtschaft um Vertrauen

- München - Der russische Präsident Wladimir Putin hat nachdrücklich um Vertrauen in der deutschen Wirtschaft geworben und vor einer "Hysterie" gegenüber russischen Beteiligungen gewarnt. Er verstehe nicht, warum solche Beteiligungen Anlass für Nervosität böten, sagte Putin bei seinem Deutschland-Besuch am Mittwoch in München.

Er sei davon überzeugt, dass sich die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen positiv entwickeln werden. "Die Zusammenarbeit kann nur auf gleichberechtigter Basis verlaufen." Bayerns

Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sicherte unterdessen zu, der Freistaat werde ein "Motor" bei der Intensivierung der Kooperaton in Wirtschaft und Wissenschaft sein.

Erst am Nachmittag hatte Stoiber in Anspielung auf den umstrittenen russischen Kapitaleinstieg beim europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS erklärt, die Grenzen von Beteiligungen müssten respektiert werden. Dagegen rief Putin, der eine Aufstockung der russischen EADS-Beteiligung befürwortet, zu mehr Offenheit auf für das Engagement russischer Unternehmen und zu einer Bündelung der Kräfte im Hightech-Bereich. Dies werde beiden Seiten Vorteile auf dem Weltmarkt verschaffen. Gerade in der Luft- und Raumfahrt eröffneten sich "große Perspektiven".

Putin wandte sich zugleich gegen Befürchtungen, Deutschland könne beispielsweise durch Energielieferungen in eine zu große Abhängigkeit von Russland geraten. Russische Unternehmer, die heute nach Deutschland kämen, seien "nicht die Rote Armee, das sind genauso Kapitalisten wie Sie, verehrte Kollegen", wandte sich der russische Präsident an die Adresse der geladenen Vertreter aus der Wirtschaft, darunter unter anderem der Co-Vorsitzende des EADS-Verwaltungsrates, Manfred Bischoff, und METRO-Chef Hans-Joachim Körber. "Die Russen kommen hier nicht mit Kalaschnikow und mit Panzern her, sondern Russland bringt das Geld mit", erklärte Putin. "Es ist eine Kinderkrankheit, wenn man Angst hat vor ausländischen Investitionen".

Die russische Wirtschaft mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich sieben Prozent in den vergangenen Jahren habe sich sehr positiv entwickelt. Man sei aber "noch nicht mit allem zufrieden", sagte Putin. So gebe es bei der Inflationsentwicklung zwar Fortschritte, man wolle aber "bessere Ergebnisse erzielen".

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