Qimonda bleibt Belastung für Infineon - keine Aufspaltung

München - Die ungeliebte Speicherchip-Tochter Qimonda bleibt eine schwere Belastung für den Halbleiter-Konzern Infineon. Im vierten Quartal 2006/07 (30. September) stieg der Qimonda-Verlust wegen des drastischen Preisverfalls im Vergleich zum Vorquartal nochmals von 218 Millionen auf 265 Millionen Euro an.

Für die schlechten Zahlen war vor allem der enorme Preisdruck bei PC-Speichern verantwortlich. Dennoch will sich Qimonda von dem Geschäft nicht trennen. "Ohne die Standard-Produkte können wir unsere Kapazitäten nicht auslasten", sagte Qimonda-Vorstand Thomas Seifert.

Infineon will sich möglichst rasch von Qimonda trennen, der Ausstieg gestaltet sich aber schwierig. Im September reduzierte der Konzern seine Beteiligung von 85,9 auf 78,6 Prozent und musste dabei einen erheblichen Buchverlust hinnehmen. Spätestens bis zur Hauptversammlung 2009 will Infineon die Beteiligung unter 50 Prozent gedrückt haben. Infineon hatte das schwankungsanfällige DRAM-Geschäft in die Qimonda AGausgegliedert, um sich ganz auf das stabilere Geschäft mit Logikchips zum Beispiel für Industrie- und Autokunden konzentrieren zu können.

Noch aber muss Infineon die Qimonda-Ergebnisse als Mehrheitsgesellschafter konsolidieren. Infineon legt in der kommenden Woche die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2006/07 vor. Da schlechte Qimonda-Zahlen erwartet worden waren, legte der Infineon-Aktienkurs am Freitag in einem freundlichen Umfeld zwischenzeitlich um zwei Prozent auf 9,20 Euro zu.

Traditionell steigen die Chippreise im September, nachdem sie zur Jahresmitte ein Tief erleben. In diesem Jahr aber blieb der Aufschwung zum Ende des Quartal aus. Teilweise habe es sogar neue Niedrigstände gegeben, sagte Qimonda-Chef KinWah Loh. Der Umsatz sank im vierten Quartal nochmals leicht auf 711 Millionen Euro. Das waren 42 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. "Angesichts dieser schwierigen Marktbedingungen haben wir unsere Anstrengungen zur Steigerung der Produktivität und Senkung der Kosten intensiviert", sagte Loh. So seien die Investitions- und Betriebsausgaben zurückgefahren worden. (dpa)

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