+
Qimonda verhandelt mit Investoren um eine Insolvenz abzuwenden.

Qimonda hofft auf Partner - Sonst droht bis März Insolvenz

München - Der vom Aus bedrohte Speicherchip-Hersteller Qimonda hofft auf einen finanzstarken Partner, um eine Insolvenz abzuwenden. Das Unternehmen sehe Fortschritte bei Gesprächen mit verschiedenen Investoren, teilte die Infineon-Tochter am Montag in München mit.

Sollten die Gespräche scheitern, könnte Qimonda bis März in die Insolvenz rutschen, hieß es.

Am späten Nachmittag einigte sich das Unternehmen mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan und Interessenausgleich für den Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland. In Dresden will Qimonda 950 und in München 600 Arbeitsplätze streichen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage und bestätigte damit im Grundsatz einen Bericht der Tageszeitung “Die Welt“ (Dienstag). Dem Bericht zufolge befinden sich unter den 950 Beschäftigten in Dresden 200 Leiharbeiter. Diese würden bereits nach und nach freigestellt, schreibt das Blatt.

Qimonda schreibt seit mehreren Quartalen rote Zahlen. Die Preise für Speicherchips sind wegen eines Überangebots im Keller. Seit Monaten sucht Infineon weltweit vergeblich nach einem Käufer. Infineon-Chef Peter Bauer hatte Ende Oktober von zwei bis vier Interessenten gesprochen und zuletzt berichtet, es gebe “gute Chancen, die Verhandlungen abzuschließen“. Eine Finanzspritze schloss Bauer angesichts eigener Probleme vehement aus.

Der DAX-Konzern Infineon hatte Qimonda vor längerer Zeit als eigenständiges Unternehmen mit mehr als 13 000 Beschäftigten ausgegliedert, hält aber noch 77,5 Prozent der Anteile, will diesen Anteil bis zum Frühjahr aber notfalls durch Verschenken an die Aktionäre auf unter 50 Prozent senken.

Die Qimonda-Aktie legte im Tagesverlauf um 5,26 Prozent auf 0,20 Dollar zu. Infineon-Papiere brachen um 8,38 Prozent auf 1,695 Euro ein.

In der vergangenen Woche hatte Qimonda beim Bund und dem Land Sachsen um staatliche Bürgschaften in Höhe von 500 Millionen Euro gebeten. Sachsen - in Dresden liegt das Qimonda-Vorzeigewerk - hat bereits seinen Beistand angekündigt, ohne konkret zu werden. Die chronisch defizitäre Qimonda will mit dem Geld die Entwicklung neuer, kleinerer Speicherchips finanzieren. Mit dieser Innovation will das Unternehmen auf dem Weltmarkt wieder wettbewerbsfähig werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Europa sagt USA und China den Kampf an: Die digitale Welt zurückerobern
Europa will zu den USA und China in der digitalen Welt aufschließen. Wie das funktionieren soll, war in diesem Jahr zentrales Thema der Digitalkonferenz DLD.
Europa sagt USA und China den Kampf an: Die digitale Welt zurückerobern
Die Weltwirtschaft boomt - doch wer hat etwas davon?
Der Weltwirtschaft geht es so gut wie lange nicht mehr. Das sagt unter anderem der IWF. Doch kommt der Wohlstand auch bei den einfachen Menschen an oder nur bei den …
Die Weltwirtschaft boomt - doch wer hat etwas davon?
Euro-Finanzminister billigen weitere Milliarden für Athen
Nach Jahren der Krise nähert sich Griechenland dem Ende des internationalen Hilfsprogramms. Im Sommer soll dies endgültig Geschichte sein - doch es gibt noch …
Euro-Finanzminister billigen weitere Milliarden für Athen
Dax mit weiterem Schritt in Richtung Rekord
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat zum Wochenauftakt einen weiteren Schritt in Richtung Rekordhoch getan. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex 0,22 Prozent im …
Dax mit weiterem Schritt in Richtung Rekord

Kommentare