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NXP ist bekannt für die NFC-Funktechnologie, mit der zum Beispiel kontaktlose Zugangs- oder Bankkarten laufen. Foto: Britta Pedersen

Niederländischer Konkurrent

Qualcomm hebt Gebot für Chipfirma NXP an

Schon seit Herbst 2016 versucht der Chipkonzern Qualcomm, den Halbleiter-Spezialisten NXP zu übernehmen. Nun sollen die widerspenstigen Aktionäre mit einem höheren Preis geködert werden.

San Diego (dpa) - Der Chipkonzern Qualcomm will die Übernahme des Halbleiter-Spezialisten NXP mit einem nachgebesserten Angebot doch noch zum Erfolg bringen. Um die NXP-Aktionäre zu überzeugen, erhöht Qualcomm sein Gebot von 110 Dollar je Aktie auf 127,50 Dollar.

Damit wäre die Transaktion 44 Milliarden Dollar schwer. Mit neun NXP-Aktionären, die zusammen mehr als 28 Prozent der ausstehenden Aktien halten, seien bereits verbindliche Vereinbarungen geschlossen worden, teilte Qualcomm am Dienstag mit. Darunter ist auch der Fonds Elliott des Milliardärs Paul Singer, der bisher einen höheren Preis forderte.

Zudem senkte der US-Konzern die Mindestannahmeschwelle für das Angebot von 80 auf 70 Prozent. Die Annahmefrist läuft nun bis zum 5. März. Qualcomm bekam für die Übernahme bereits grünes Licht von acht Regulierungsbehörden. Lediglich eine Freigabe aus China steht noch aus.

Qualcomm ist stark bei Funkchips für Smartphones und stellt auch den Hauptprozessor vieler Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android. NXP ist bekannt für die NFC-Funktechnologie, mit der zum Beispiel kontaktlose Zugangs- oder Bankkarten laufen. Außerdem ist NXP auch ein wichtiger Player bei Technik für vernetzte und autonome Fahrzeuge.

Der Schritt könnte Qualcomm bei der Verteidigung gegen einen Übernahmeangriff des Konkurrenten Broadcom helfen. Dieser will seinerseits Qualcomm kaufen, mit einem Preis von 121 Milliarden Dollar für die Firma und der Übernahme von Schulden von 25 Milliarden Dollar. Die Qualcomm-Führung sperrt sich gegen das Angebot, Broadcom hofft auf die Zustimmung der Aktionäre. Ein höherer Preis für NXP würde auch diesen Deal kostspieliger machen.

Broadcom erklärte in einer ersten Reaktion auf den Qualcomm-Schritt lediglich, man prüfe nun die Optionen. Zugleich kritisierte Broadcom, dass damit zusätzliche Werte von Qualcomm-Aktionären zu NXP-Anteilseignern übergingen. Broadcom hatte zuvor bereits angekündigt, die Offerte für Qualcomm könne bei einer Erhöhung des NXP-Gebots zurückgezogen werden.

Mitteilung von Qualcomm

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