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“Man muss halt warten, bis das Geld da ist und wir loslegen können“, sagte Quelle-Sprecher Manfred Gawlas.

Bei Quelle bleiben die Kunden weg

Fürth - Quelle-Chef Konrad Hilbers schlägt Alarm: Jetzt bleiben auch noch die Kunden weg. “Wir sind im Moment bei 50 Prozent des Vorjahresniveaus“, sagte der Geschäftsführer des insolventen Versandhauses.

Die Lage sei existenzbedrohend. Bald gehe es nicht mehr um die Fortführung, sondern um die Wiederbelebung von Quelle. Nach der Zusage des staatlichen Notkredits über 50 Millionen Euro vor einer Woche dauerten die Verhandlungen des Insolvenzverwalters mit den Banken schmerzlich lange, sagte Hilbers. Quelle habe momentan kein Geld, um die Druckereien für den Winterkatalog zu bezahlen. Deshalb sei erst ein Zehntel der Kataloge ausgeliefert. Die Internet-Suchmaschine Google habe ihre Werbung für Quelle eingestellt, weil das Versandhaus nicht mehr zahlen könne. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg rechnet damit, dass er Ende der Woche die ersten Zahlungen freigeben kann.

Mehrere Beteiligte arbeiteten intensiv an kredittechnischen Details, erklärte Görgs Sprecher Thomas Schulz. Beim Bestelleingang sei zu beachten, dass der Winterkatalog vor einem Jahr schon ausgeliefert gewesen sei - das mache einen Vergleich schwierig. “Erst nach drei Wochen werden wir sehen, wie's läuft“, sagte Schulz. Mit dem Kredit des Bundes, Bayerns und Sachsens als Sicherheit sollen die Banken dem Versandhaus demnächst wieder seine Forderungen gegenüber Kunden abkaufen, so dass Quelle wieder seine Rechnungen bezahlen und Ware einkaufen kann.

“Man muss halt warten, bis das Geld da ist und wir loslegen können“, sagte Quelle-Sprecher Manfred Gawlas. Der Sprecher der Schlott-Gruppe , Marco Walz , sagte in Freudenstadt , der Druck des Quelle-Katalog bleibe gestoppt. Man habe noch nichts vom Insolvenzverwalter gehört. Schlott und Prinovis hatten die Druckmaschinen angehalten, weil die Bezahlung noch nicht sichergestellt sei.

ap

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