Quelle: Bundesregierung zu Massekredit bereit

Fürth - Die Bundesregierung hat sich nach Angaben von Quelle grundsätzlich zu einem Massekredit in Höhe von 50 Millionen Euro für das zahlungsunfähige Versandhaus bereiterklärt.

Die Gespräche der vorläufigen Insolvenzverwaltung und der Quelle-Geschäftsführung mit dem Bund und den Ländern Bayern und Sachsen über eine finanzielle Grundsicherung des Unternehmens seien am späteren Mittwochabend “im Grundsatz positiv abgeschlossen“ worden, berichtete das Unternehmen am Donnerstag.

Lesen Sie hierzu auch:

Bericht: Kredit für Quelle nicht sicher

Der Bürgschaftsausschuss sei nach kleineren Ergänzungen, die in Schriftform erfolgen würden, bereit, Quelle einen über die Staatsbank KfW und die Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) finanzierten Massekredit von 50 Millionen Euro zu gewähren, erklärte das Unternehmen. Die Entscheidung müsse nun aber noch von der EU-Kommission in Brüssel genehmigt werden, die sich in Kürze mit dem Fall befassen werde.

Guttenberg: Massekredit wird geprüft

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Bundesregierung (CSU) noch nicht endgültig über den Massekredit für Quelle entschieden. Guttenberg sagte am Donnerstag in Berlin, ein Massekredit könne eine Option sein. Dafür müsse es aber Sicherheiten geben. Diese würden derzeit von der Bundesregierung geprüft. Der Minister ließ offen, wann es eine Entscheidung geben wird.

Der Kredit ist eine der Voraussetzungen dafür, um das sogenannte Factoring-Programm der Valovis-Bank wieder in Gang zu setzen, über das Quelle mit der notwendigen Liquidität versorgt wird. Bereits am vergangenen Freitag hatten sich die beteiligten Banken mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter auf eine Absichtserklärung hinsichtlich der Finanzierung des Factoring-Programms verständigt. Die Valovis-Bank kauft Quelle die Forderungen ab, die das Versandhaus gegenüber seinen Kunden hat.

Der Geschäftsführer der Quelle GmbH Konrad Hilbers, und der vorläufige Insolvenzverwalter, Klaus Hubert Görg , begrüßten die positiven Entscheidungen des Bundes und der beteiligten Länder.

Katalog wird „noch“ gedruckt

Der von den Turbulenzen um die Rettung des insolventen Versandhauses betroffene Druck des neuen Hauptkatalogs läuft weiter. “Noch“, wie ein Sprecher der Bertelsmann- Drucksparte Arvato am Donnerstag in Gütersloh betonte. Der Katalog wird am Standort Nürnberg des zu Arvato gehörenden Tiefdruckkonzerns Prinovis gedruckt.

Es gebe allerdings nach wie vor keine rechtsverbindliche Zusage über die Finanzierung. “Wir halten uns die Option weiter offen, die Produktion anzuhalten. Es ist jederzeit möglich, die Maschinen anzuhalten.“ Den Angaben zufolge geht es um mehrere Millionen Euro, die die Produktion des zwei Kilogramm schweren Mammutwerks kostet.

Der Druck der Katalogauflage von acht Millionen Exemplaren sei am vergangenen Freitag angelaufen und dauere insgesamt etwa zwei Wochen. Erste Exemplare dürften bereits fertig sein, sagte der Sprecher. Trotz der unsicheren Finanzierungslage wollte er sich nicht zu möglichen Auswirkungen eines Druckstopps äußern.

ap/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten
Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) werden die Weichen für eine Neuausrichtung gestellt. Die Euro-Finanzminister unterstützen den Spanier de Guindos als künftigen …
Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten
Dax startet mit Verlusten in die Woche
Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist mit Kursverlusten in die Woche gestartet. Der Leitindex Dax knüpfte am Montag nicht an die jüngste Erholung an und …
Dax startet mit Verlusten in die Woche
Wegen Online-Handel: Transporter verkaufen sich immer besser
Nutzfahrzeuge erfreuen sich in Deutschland weiterhin einer enormen Nachfrage. Speziell in der Kategorie der Fahrzeuge bis sechs Tonnen gab es einen deutlichen Zuwachs zu …
Wegen Online-Handel: Transporter verkaufen sich immer besser
Wegen deutschem Dienstleister: Hühnchen-Notstand bei KFC
Wer in Großbritannien der Fast-Food-Kette KFC einen Besuch abstatten möchte, könnte vor geschlossenen Türen stehen: Das Unternehmen hat einen Hühnchen-Engpass. Schuld …
Wegen deutschem Dienstleister: Hühnchen-Notstand bei KFC

Kommentare