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Der Quelle-Winterkatalog ist bereits in Arbeit. Die Bürgschaft zur Rettung des Unternehmens scheint jedoch in Frage zu stehen.

Quelle bangt um Bürgschaft - Katalog auf der Kippe

Fürth/Essen - Das insolvente Versandhaus Quelle muss um die Staatsbürgschaft über 50 Millionen Euro bangen. Damit steht der Hauptkatalog erneut auf der Kippe.

Der Katalog ist für das Überleben des Unternehmens entscheidend. Die Druckerei Prinovis drohte am Dienstag mit einem Druckstopp. Man habe beim Produktionsstart vergangenen Freitag betont, dass nur dann planmäßig gefertigt werde, wenn Prinovis eine rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten erhalte, teilte das Unternehmen in Gütersloh mit. “Diese Zusage ist bis jetzt noch nicht eingegangen. Daher behalten wir uns vor, die Produktion des Katalogs gegebenenfalls auszusetzen, um unser Risiko in einem für unser Unternehmen verantwortbaren Rahmen zu halten.“

Der Quelle-Antrag habe kaum noch Erfolgsaussichten, schreibt die “Financial Times Deutschland“ (Mittwoch) unter Verweis auf eine Sitzung des Interministeriellen Bürgschaftsausschusses von Bund und Ländern am Montagabend. Das Bundeswirtschaftsministeriums erklärte dazu, die Beratungen des Ausschusses seien noch nicht beendet. “Es gibt noch keine Entscheidung“, sagte eine Sprecherin. Beim Quelle- Mutterkonzerns Arcandor hieß es, die Beratungen über die Bürgschaft gingen an diesem Mittwoch in Berlin weiter. Ein Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass der Antrag doch noch positiv beschieden wird.

Ende vergangener Woche war der Quelle-Katalog in Druck gegangen, obwohl eine endgültige Zusage zur Übernahme der Produktionskosten noch fehlt. Ursprünglich sollten sich der Bund und die Länder Sachsen und Bayern die Bürgschaft über 50 Millionen Euro teilen. Bayern und Sachsen sagten bereits zu, sich beteiligen zu wollen.

Nach Angaben der “Financial Times Deutschland“ hieß es jedoch am Montagabend aus Verhandlungskreisen: “Das Ausfallrisiko hätte quasi bei 100 Prozent gelegen, die Bürgschaft wäre sofort gezogen worden.“ In München liefen bereits Gespräche über einen bayerischen Alleingang zur Rettung von Quelle. Dabei gelte auch ein direkter Einstieg des Freistaats als Option, schreibt die Zeitung.

Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums sagte, ein Alleingang stehe nicht zur Debatte. Der Bürgschaftsausschuss werde noch einmal beraten. Ein Sprecher der Münchner Staatskanzlei betonte, Bayern sei entschlossen, das Mögliche zur Rettung von Quelle beizutragen.

Arcandor stellte am Dienstag weitere Insolvenzanträge beim Amtsgericht Essen. Betroffen sind die Primondo Großgut Stückgut GmbH (Fürth) und die Revue Vertriebs GmbH (Nürnberg), teilte das Gericht mit. Beides seien sehr kleine Tochterunternehmen in der Arcandor-Gruppe, sagte der Unternehmenssprecher.

Unterdessen gibt es Streit um das Betriebsrentenvermögen von Arcandor. Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV), eine Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft, will das Vermögen und die Verpflichtungen möglichst rasch übernehmen, berichtete das “Handelsblatt“ (Dienstag). Die Treuhandgesellschaft KQMT (KarstadtQuelle Mitarbeitertrust), an die das Rentenvermögen ausgelagert ist, will dagegen laut Vorstand Ulrich Mix die Kontrolle vorerst nicht abgeben.

“Wir wollen eine Einigung mit dem PSV erzielen“, sagte Mix der Deutschen Presse-Agentur dpa. Eine effektive Vermögensübertragung könne aber ein bis zwei Jahre dauern. Die Treuhandgesellschaft will deshalb die Betriebsrenten für rund 51 000 Rentner zunächst weiter zahlen. Der PSV geht laut “Handelsblatt“ davon aus, dass das Vermögen mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf den PSV übergeht. In dieser Woche sollen erste Sondierungsgespräche stattfinden. Bei den Gesprächen wird die Insolvenzverwaltung nach PSV-Angaben dabei sein.

dpa

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