+
SSV total mit 90 Prozent Rabatt!

Mit Rabatten gegen die Krise

Berlin - Die Verbraucher können sich freuen: Der deutsche Einzelhandel lockt derzeit mit mehr Rabatten als im Vorjahr und will damit der Krise entgegenwirken.

“Es gibt ein bisschen mehr als sonst üblich um diese Zeit, auch als Stimmungsmacher, um dem befürchteten Einbruch entgegenzuwirken“, sagte der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Reduzierungen bis zu 90 Prozent, wie die “Berliner Morgenpost“ (Sonntag) berichtete, gebe es aber nicht. “Die Preise sind sicher unter Druck, aber die Dämme sind noch nicht gebrochen“, betonte Pellengahr. Auch der Einzelhandel müsse Gewinne erwirtschaften. Das gehe nicht mit 90 Prozent Rabatt.

“Alle wissen, dass die Krise auch den Einzelhandel irgendwann erreichen wird, da will sich jeder eine gute Ausgangsposition verschaffen“, sagte Pellengahr. Die Branche sei aber angesichts der aktuellen Zahlen nicht pessimistisch gestimmt. “Die Geschäftslage ist seit Jahren weit davon entfernt, gut zu sein, sie ist aber auch nicht so schlecht.“ Sollte der Einzelhandel dieses Jahr mit einem Umsatzminus von 2 Prozent abschließen, sei das ein respektables Ergebnis.

Der Höhepunkt der Wirtschaftskrise habe die Branche aber noch nicht erreicht. “Wir wissen nicht, wie sich die Krise im nächsten Jahr auf den Handel auswirkt“, sagte Pellengahr. Nach einem Bericht der “Morgenpost“ lieferten sich Berliner Einzelhändler derzeit eine Rabattschlacht. Gut drei Wochen vor dem freiwilligen Sommerschlussverkauf (SSV) hätten sie die Preise für ihre Waren bis zu 90 Prozent gesenkt.

Der SSV startet in diesem Jahr am 27. Juli.

Nicht nur Sommerartikel würden derzeit reduziert, auch Möbelhäuser und Lebensmittelhändler bieten Sonderangebote.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, begründete den frühen Start der Verkaufsaktionen laut Zeitung mit der schlechten Geschäftslage. Die “Bild“-Zeitung hatte bereits am Samstag von einem Preissturz etwa bei Möbeln, Bekleidung und Elektronik berichtet. Allein die Lebensmitteldiscounter hätten zum 7. Mal in diesem Jahr die Preise gesenkt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnte am Sonntag vor den Folgen des Preiskampfes. “Zahlen werden sie alle müssen: Angefangen von den Milchbauern, deren Existenz gefährdet ist, über die Lebensmittelindustrie, die der Nachfragemacht des Handels nachgeben muss und diesen Druck auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer austrägt, bis hin zu den Verbrauchern“, sagte NGG- Vorsitzender Franz-Josef Möllenberg laut Mitteilung.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Eschborn (dpa) - Wegen der kühlen Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2016 mussten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern laut einer Analyse mehr heizen als im …
Analyse: Viele Haushalte mussten mehr heizen
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Der Bund erwartet eine EU-Quote für Elektroautos - doch das ächzende deutsche Stromnetz ist auf eine massenhafte Verbreitung von E-Mobilen gar nicht vorbereitet. Eng …
Stromnetz nicht vorbereitet für Ausbreitung von E-Autos
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Damit die Luft in Städten besser wird, sollen alte Diesel runter von der Straße - das war ein Ergebnis des Dieselgipfels. Autobauer bieten Prämien für Kunden, die sich …
Dobrindt wirbt für Umtauschprämien der Autobauer
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner
Der Bund hält nichts von einer Komplett-Übernahme der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch den Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl.
Machnig zu Wöhrl-Angebot: Air Berlin braucht mehrere Partner

Kommentare