Rabattschlacht auf dem Automarkt

- München - Die Autohersteller haben sich den Frühjahrsaufschwung auf dem deutschen Markt offenbar teuer erkauft: Nach einer Studie des Marktforschungsinstitutes B&D Forecast gaben die Firmen im Durchschnitt 3200 Euro oder 16 Prozent Nachlass beim Kauf eines Neuwagens. Das seien 200 Euro mehr als vor einem Jahr und ein Rekordwert. Zuvor hatte das Kraftfahrt-Bundesamt ein kräftiges Plus von 6,2 Prozent bei den Neuzulassungen im Mai gemeldet, im April waren es schon 4 Prozent mehr gewesen.

Laut Studie gibt Volkswagen auf den neuen Golf V teilweise mehr als 20 Prozent Rabatt, um das Modell loszuschlagen. Bei der Basisversion mit einem Listenpreis von 15 325 Euro würde der Wagen im Endeffekt so nur noch rund 12 300 Euro kosten. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte diese Woche einen schärferen Sparkurs angekündigt. Hintergrund ist auch der Verfall der Gewinnmarge beim Golf wegen der hohen Rabatte. "Financial Times Deutschland" und das "Handelsblatt"-Online hatten zunächst über die Studie berichtet.<BR><BR>Es ist bekannt, dass VW den Händlern eine so genannte Loyalitätsprämie von 2000 Euro beim Golf zahlt, wenn der Kunde auch vorher einen VW fuhr. Falls der Kunde von einer Fremdmarke kommt, gibt es 1000 Euro Eroberungsprämie für den Händler. Meistens reicht der Händler das Geld als Rabatt weiter.<BR><BR>Laut B&D-Chef Dudenhöffer ist bei VW das Rabatt- und Anreizverhalten "in den vergangenen sechs Wochen besonders ausgeprägt". VW-Sprecher Hartwig von Sass wies diese Ansicht zurück und erklärte: "Volkswagen löst grundsätzlich keine Rabattschlachten aus, die am Ende zu Lasten der Kunden ausgehen." Die Rabattaktion sei bis Ende Juni begrenzt, sagte er. Offenbar haben die Preisnachlässe den Absatz des wichtigsten Autos im deutschen Markt aber beflügelt: Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes wurden im April 2005 mehr als 21 Prozent mehr Golf abgesetzt als im April 2004. Der Golf-Durchschnittspreis liegt - dank Extras oder stärkeren Motoren - bei 22 000 Euro und damit 7000 Euro über dem Einstiegspreis.<BR><BR>Auch andere Hersteller geben laut Studie kräftig Rabatt: Fiat über 21 Prozent auf den Stilo, Renault über 22 Prozent auf den Mé´gane und Peugeot 13 Prozent auf den 307. Nach einem Bericht von "Capital" greifen die deutschen Top-Hersteller Mercedes, BMW und Audi immer mehr zu Sonderzulassungen, um den Absatz anzukurbeln. Mit diesen kurzfristigen Zulassungen werden die Wagen ein paar Tage angemeldet und können danach mit Preisnachlass als Vorführwagen oder Dienstwagen angeboten werden. Laut "Capital" kommt BMW auf 13 Prozent Sonderzulassungen, Audi auf 10 Prozent und Mercedes auf 4 Prozent.<BR>

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